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Entſchluß zu entreißen, ehe derſelbe noch zur Ausführung kommen konnte. Praskowa war noch lange nicht in dem Zuſtande, ihr folgen zu können; aber das Glück hatte ihr beigeſtanden, in der Perſon eines greiſen Popen einen Pfle⸗ ger für ſie zu finden. So war eine große und ſchwere Sorge von ihrem Herzen genommen. Der Abſchied von Praskowa war ein ſehr ſchmerzlicher für Marina; es dünkte ihr, als müßte ſie von dem letzten Schimmer ihres Glückes ſcheiden, wie ſie zum Letztenmale dieſer treuen Seele die Hand reichte. Bleich, abgezehrt lag Praskowa vor ihr, eine vom rauhen Herbſtſturme gebrochene Blume.
„Ich habe viel gefehlt, ich muß viel büßen,“ ſagte ſie ſchwach...„ich will es auch. Gedenke meiner nicht mit Verachtung, meine gütige, hohe Herrin.“
„Mit Liebe, mit Liebe!“ rief Marina tief ergriffen
.„habe Dank für Deine Treue und Gott ſei Dein Schutz... ich kann es Dir nicht mehr ſein; denn eine ärmere Czarin wie mich hat Rußland noch nicht geſehen.“ Den Augen der hohen Frau entfielen große ſchwere Tropfen.
Eine Stunde ſpäter trug der greiſe Pope den kleinen ſorglich in einen Pelz gehüllten Czarewitſch zum Thore hinaus; in einiger Entfernung folgte Marina in der Klei⸗ dung eines polniſchen Huſaren, der der Kälte wegen einen Schafspelz umgehangen, und wie der Februarabend nie⸗ derdämmerte und ein ziemlich dichtes Schneegeſtöber das wenige Zwielicht noch mehr verdunkelte, zog Marina's


