Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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Marina entgegnete:„Ich kann Dir leider keine An⸗ leitung dazu geben, wie Du es möglich machen kannſt; aber ich erwarte dieſen Dienſt von Dir. Daß ich ihn Dir auftrage, ſei Dir der Beweis meines unbedingten Vertrauens auf Dich. Gäbe es denn wirklich eine Un⸗ möglichkeit für ein treues Herz, wie das Deine? Nein, nein, ich glaube das nicht. Der Gedanke, daß Du zu meiner Befreiung von hier beiträgſt, wird Dich leiten. Praskowa! Deine Herrin bittet Dich, einen Weg aus⸗ findig zu machen, dieſe Zeilen...“

„Nein, nein, keine Bitte, meine gütige hohe Herrin,“ unterbrach das Mädchen ſie haſtig, um die unglückliche Czarin dem niederdrückenden Bewußtſein ihrer Hilfloſig⸗ keit ſchnell zu entreißen.„Ich bin Deine treue Dienerin geblieben, wenn ſich auch Dein Schickſal verwandelt hat zum Unglück. Die Heiligen werden mir einen Gedanken eingeben, der mir es möglich macht, Deinen Befehl zu erfüllen. Ich bin recht froh, daß Du mir gerade das Schwere aufgetragen. Wie könnte ich Dir ſonſt beweiſen, wie ſehr ich Dir ergeben bin?“

Praskowa's feinfühlendes Herz wollte die Hoffnung ihrer Herrin nicht trüben, obwohl ſie nur mit Mühe die Beängſtigung verbarg, die ihr die Ausführung dieſes ſchwierigen Auſtrages verurſachte. Niemand durfte ja von der Correſpondenz zwiſchen ihrer Herrin und deren Vater wiſſen und in welchem Lichte würde ſie, die Tochter eines