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nes. In ihrem Gemahl liebte ſie den Ruhm, Beherr⸗ ſcherin des großen Rußlands zu ſein und ſeine Rückkehr mit einem Heere nach dem aufſtändiſchen Moskau war daher für ſie eine fröhliche Hoffnung.
Ihre lebhafte Phentaß ie ſtellte ihr die Niederwerfung der Rebellen, deren tiefe Demüthigung vor dem Czar vor. Dann mußte daſſelbe Rußland, das übermüthig gegen ſeinen Herrn ſich erhoben, unter der Gewalt deſſen eiſer⸗ ner Zuchtruthe ſich wieder fügen und die Gewalt iſt ſtets das ſicherſte Mittel, ſeine Feinde unſchädlich für immer zu machen. Ehe dies jedoch bis zur Wirklichkeit reifte, konnten noch Monden kommen und vergehen. Die erſte Nothwendigkeit für Marina war daher natürlich der
Wunſch, ſich von ihrer Gefangenſchaft befreit zu ſehen. In dieſer Abſicht ſchrieb ſie mit dem von Praskowa ihr mitgebrachten Schreibmaterial einen Brief an ihren Va⸗ ter, ihm Nachricht von ihrem traurigen Geſchicke gebend und zugleich ein Reſumsé deſſen, was ſie in den mit ihr angeſtellten Verhören ausgeſagt.
„Dieſe Zeilen, Kind, mußt Du, auf welche Art es auch ſei, in meines’ g gnädigen Herrn Vaters Hände brin⸗ gen,“ ſagte ſie zu Praskowa...„ich hoffe, daß ich viel⸗ leicht dadurch dieſem ſür mich eben ſo unſchicklichen als beleidigenden Aufenthalte entriſſen werde.“
„Himmel, wie ſoll ich das bewerkſtelligen!“ rief das Mädchen erſchrocken.


