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währen wolle. Der Branntwein, damals ſchon ſehr ge⸗ liebt von den Ruſſen, gehörte jedoch noch nicht zu den ganz wohlfeilen Getränken, die ſich Jeder verſchaffen konnte, wenn er Appetit dazu verſpürte, und darum konnte ein Geſchenk von einigen Krügen Wodka(Wäſſerchen) wohl das pflichtgetreue Gewiſſen eines ehemaligen Kutſchers verführen und Ilia brachte einige Tage ſpäter die höchſt günſtige Nachricht, daß Petruſchka in Rückſicht auf ihr gutes Herz und weil er ſelbſt mit ſeiner Gefangenen, obgleich ſie eine Lateinerin ſei, großes Mitleid empfinde, ihr ſeinen Beiſtand zuſichere.
Praskowa's Freude war außerordentlich, ſie konnte kaum die Stunde erwarten, in der ſie wie täglich am näch⸗ ſten Tage zur Meſſe in die am rothen Platze gelegene Kirche ging. Dort harrte Ilia ihrer und eilte mit ihr nach dem Kreml. Dem Mädchen bebte das Herz vor Schmerz beim Anblicke des verwüſteten Palaſtes, in welchem noch vor wenigen Wochen ihre Gebieterin und deren Gemahl um⸗ geben von Glanz und Pracht gewohnt hatten. Hohläugig wie ein Geſpenſt ſtand das ſtolze Gebäude da; die aus⸗ geſchlagenen Fenſter deuteten die Vernichtung an, die über daſſelbe ergangen war. Jetzt hielten keine in Sam⸗ met und Seide gekleideten deutſchen Hellebardierer mehr Wache an deſſen Portale, Verödung und Schweigen wohnten in demſelben. Zitternd von dem Weh dieſes Anblickes folgte Praskowa ihrem Führer in den Hof, die


