Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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fleißigen Hand ſchnell zur Vollendung und obwohl ſeine Malerei nur auf der unterſten Stufe der Kunſt ſtand, ſo war er doch voll jenes beſeligenden Aufſchwungs, wie ihn große berüͤhmte Künſtler ihren eigenen von Allen bewunder⸗

ten Gebilden gegenüber empfinden und ſich zu neuen Schöpfungen erheben und begeiſtert fühl len. Es war ein Gluͤck für ihn, daß er ſeine Bilder ſo ſehr liebte, denn von ihnen aus ging wahrhafter Zauber auf ihn über. Sie veredelten ihren Schöpfer und breiteten über ſein einfaches Gemüth die ſchöne ruhige Klarheit eines kindlichen von keinen trübenden Leidenſchaften geſtörten Weſens. Zu dieſer glücklichen Stimmung trug Praskowa's Gegenwart im väterlichen Hauſe nicht wenig bei. Er hatte durch ihre Abweſenheit erſt fühlen gelernt, wie ſehr er ſie liebe. Früher, wo voch keine Trennung zwiſchen ihr und ihm ſtattgefunden, war er ſich dieſer geſteigerten Empfindung gar nicht klar bewußt gewe ſen, weil ihm da⸗ mals die Erfahrung noch fremd war, Entbehrung eines gewöhnten Gluͤ uckes uns erſt deſſen wahren Werth er⸗ kennen läßt. Jetzt wußte er es, wie innig ſein Herz an ihr hing.

Freilich war mit Praskowa eine große Veränderung vorgegangen. Sie war nicht mehr das unbefangene Mäd⸗ chen wie früher, das unbelaſtet von jeglichem Kummer heiter in's Leben ſchaute, glücklich in der kleinen Welt, in der es aufgewachſen und wo es zu Allem gehöͤrte wie ein