In Walujews Hauſe hatte ſich äußerlich nichts ver⸗ andert, ſeine Bewohner waren dieſelben, wie einen Monat früher, ehe Praskowa als Dienerin der Czarenbraut erwählt worden war. Walujew wies ſich nur ſchweigſamer als damals, ſein ernſtes Geſicht ſchien die Fähigkeit, ſich zu einem Lächeln zu verziehen, verlernt zu haben, dagegen hatte der Mann an Frömmigkeit gewonnen, denn die Seinen überraſchten ihn oft vor dem kleinen Hausaltar betend auf den Knieen liegen; aber Segen brachte ihm dieſes inbrünſtige Beten doch nicht, es mußte finſter in des Mannes Herz ausſehen, wie ſein Blick finſter und faſt ſchen unter den dichten Brauen hervorſchaute.
Ephim war noch ganz derſelbe, das ſanfte gute Gemüth, die ſtille anſpruchsloſe Heiterkeit; an ihm war nichts verwandelt, im Gegentheil ſchien er viel glücklicher ſich zu fühlen als früher. Man konnte von ihm behaupten, er ſei der kindlich heiterſte Shiwopiſſetz(Heiligenbilderma⸗ ler) in ganz Moskau. Seine Bilder wuchſen ihm unter der
1861. 22. Eine lat. Czarin. II. 1


