Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
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das große Spiel einer ſolchen Täuſchung mit feſtgehalte⸗ ner Selbſtverleugnung unerſchüttert durchgeführt, ſeine Bewunderung nicht verſagen.Marfa, ſprach er zu ihr, die ihre gewöhnliche ſtolze Ruhe wieder gewonnen..ich verlaſſe Dich als Freund. Du weißt, was dieſe Verſiche⸗ rung bei uns in Rußland bedeutet. Lebe wohl!

Lange Zeit blieb Marfa, nachdem er ſich entfernt, auf derſelben Stelle im tiefſten Nachdenken verſunken ſtehen. Sie hatte das Ziel aller ihrer Wünſche erreicht, die Gudonow's lagen am Boden, mit deren Macht und Herrlichkeit war es für immer vorüber. Als Czarin⸗Mut⸗ ter war ſie im Triumph zurückgekehrt nach Moskau, ihr Name hatte bis zu dem Tage der Vermählung des Czaren Demetrius unter allen Ukaſen als der einer Mitregentin geſtanden. Mit der Vermählungsfeier des Czaren hörte dieſer Ausdruck ihrer Hoheit nach Außen auf und ſie trat nach alter Sitte zurück von der großen Bühne der Oeffent⸗ lichkeit in das Stillleben einer Kloſterfrau. Des Czaren Ermordung konnte ihr höchſtens eine Verweiſung in ein fernes Kloſter bringen, wenn demjenigen, welcher ſein Nach⸗ folger auf dem Throne wurde, ihre Nähe nicht ungefähr lich erſchien; ſie hatte alſo nichts weiter zu fürchten, als noch dieſe einzige Wendung ihres Geſchickes, auf die ſie je⸗ doch mit Seelenruhe blickte. Das Ereigniß dieſes Tages führte mithin keine Veränderung weiter, als vielleicht die ihres Aufenthaltes mit ſich.