Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

164

„Mein Gemahl, der Czar todt?!“ rief Marina voll Entſetzen.

„Sage Dein Gemahl, der Betrüger am heiligen Rußland, der ſich für den Czarewitſch Dimitry ausge⸗ geben und uns ſchändlich täuſchte. Ja, er iſt gerichtet durch die Rache eines von dieſem abſcheulichen Betrug er⸗ grimmten Volkes.“

„Großer Gott!“ ſchrie Marina mit den Händen die- Augen verhüllend.

„Keiner vergreife ſich an dieſem Weibe!“ befahl Bas ſil Schuiski der Menge, auf die Czarin deutend. Alle⸗ Uebrige hier iſt mit Ausnahme der Perlen, Edelſteine und Schmuckgegenſtände, welche Eigenthum des von dem Be⸗ trüger, der ſich ihren Gemahl nannte, geleerten Staats⸗ ſchatzes ſind, Euer. Tatiſchew und Semen Suckoff wer⸗ den die Geſchmeide in Empfang nehmen. Dieſe Lateine⸗ rin bleibt Gefangene; Petruſchka, Du haſt Deine Ordre!“

Mit dieſen Worten verließ Baſil Schuiski das Ge⸗ mach und die Raubluſt des aufgeregten Volkes fand hier den ergiebigſten Platz zur Bereicherung, während Pe⸗ truſchka ohne Weiteres Marina von Praskowa trennte, welche Erſtere von dem furchtbarſten Geſchick plötzlich aller ihrer Hoheit Entkleidete unter dem Eindruck die⸗ ſes entſetzlichen Schlages jede Fähigkeit zum Widerſtand verloren zu haben ſchien, und von ihm und einigen Män⸗ nern in ein ſchon im Voraus zu ihrem Gefängniß beſtimm⸗