Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
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nicht vergaß und im franzöſiſchen Kleide erſchien, das, von einem ungeheuren Reifrocke aufgebauſcht, ihr einen mon⸗ ſtröſen Umfang verlieh, auf welchen ſie als Modedame, obwohl ſie ſchon tief in den Jahren war, ſich viel einbil⸗ dete und ohne denſelben einen Theil ihrer Würde verluſtig zu ſein glaubte. Athemlos ſtürzte Marina auf ſie zu mit den Worten:„Wir ſind verloren!... großer Gott, wo iſt Demetrius, mein Gemahl?!“

„Ruhe! Ruhe!“ hob die Frau Oberhofmeiſterin an...„es iſt zu hoffen, daß dieſe wilden Beſtien von Moskowiten ſich vor der Majeſtät einer Kaiſerin beugen. Sie ſind ja an das demüthige Kriechen im Staube ge⸗ wöhnt. Sollte ſich die Natur dieſer Unholde plötzlich ſo ganz verändern?“

Dieſe Zuverſicht der Frau Gräfin wurde indeß faſt augenblicklich zu Schanden, denn aus dem Vorzimmer er⸗ ſchallte das wilde Gebrüll der andrängenden Menge. Hier hielt der polniſche Kammerherr des Czaren, Graf Osmulski, mit einigen ſeiner treuen polniſchen Diener, den Säbel in der Fauſt, den Eingang beſetzt, aber eine Flintenſalve ſtreckte die tapfern Vertheidiger zu Boden und über ihre blutigen Leichen hinweg ſtürmte der wü⸗ thende Pöbel, von Bojaren geführt, nun in das Zimmer der Czarin. In Todesangſt hatten ſich die Hofdamen um die Gräfin Oberhofmeiſterin geſchaart, Marina war

nirgends zu ſehen.

1864. 21. Eine lat. Czarin. 1. 11