Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
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V.

Eine wenig erhellte Nacht lag über dem weitläufigen Moskau. Die Mitternachtsſtunde war längſt vorüber, ſelbſt im Kreml waren die Lichter erloſchen. Die Nacht war warm, der ſchöne Mai ſegnete mit ihr die fleißig au⸗ gebauten Fluren um die Czarenhauptſtadt. Jetzt war Alles todt und ſtill in ihr, und unter dem Schutze dieſer Todtenſtille hatte, von verſchiedenen Seiten kommend, ſich eine Schaar von Bojaren und Edelleuten zu Pferde auf dem Platze vor dem Kreml verſammelt, das Panzerhemd auf den Schultern, die blanke Waffe in der Hand. An ihrer Spitze befand ſich Fürſt Baſil Schuiski. Er redete leiſe, aber eindringlich zu ihnen.

„Wie? jetzt, wo die That vor der Thür ſteht, wollt Ihr kleinmüthig zagen?“ fragte er.„Sind Eure Köpſe Euch auf einmal ſo wenig werth geworden, daß Ihr ſie Euch lieber vom Henker abſchlagen laſſen, als um ſie etwas wagen wollt? Wiſſet es, findet uns der Morgen nicht als Herren des Kremls und den Betrüger, der ſich