Teil eines Werkes 
4.-letzer Theil (1843)
Entstehung
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„Nein, er ging in den Park, Ihro Gnaden.“

„In den Park!“ ſagte ſie in ſeltſamer Ahnung. „Er war doch allein?“

„Ja, er war allein; aber der Kapitän ging einige Minuten vorher hin.“—

Ein ſchreckliches Licht begann Georginen aufzugehen. Sie flog durch den Park, aber in ihrer gräßlichen Angſt verirrte ſie ſich. Endlich hatte ſie faſt den Schluß deſſelben erreicht, als ein Schuß ihr Ohr traf, und gleich darauf ein zweiter, worauf ein ſchwacher, ſchmerzlicher Schrei folgte. Sie ſtand auf dem Plan; da lag Lindorm in ſeinem Blute ſchwimmend; die Kugel war durch die edleren Theile gedrungen. Kornelli kniete vor ihm und verſuchte unter qualvoller Angſt die Wunde zu verbin⸗ den. Georgine ſtürzte mit einem herzzerreißenden Schrei zu ihrem Gatten nieder. Lindorm ſah empor und reichte ihr mit Mühe die Hand, welche ſie ſtumm an ihr von namenloſen Qualen gepeinigtes Herz drückte.

„Guſtav, mein Guſtav,“ waren die einzigen Worte, die auf den bleichen Lippen ſchwebten. Lindorm bedeu⸗ tete ihr, aufzuſtehen und ſich ſo zu ſetzen, daß er ſein Haupt an ihre Bruſt lehnen könnte. Sie hatte Beſin⸗ nung, ſo lange er noch etwas wünſchen konnte, und als er nun ſo dalag, wie er begehrt hatte, ſchwebte ein ſanf⸗ tes Lächeln über ſeine Lippen. Georgine beugte ſich nieder, und ein langer, heiliger Kuß, der Abſchieds⸗ und Todeskuß, verſchmolz ihre Lippen.

„O wie glücklich, daß Du hergekommen biſt!“ flü⸗ ſterte er,„wie ſelig, an Deinem Herzen ſterben zu dürfen! Verzeih' mir, Geliebte meiner Seele, den Kummer, den ich Dir gemacht habe! Bete für Deinen Guſtav,— und komme hald nach— bald— bald!“— Bei dieſen letzten Worten, die er mit Mühe hervorſtammelte, bedeckte ſich ſein Auge mit einem Schleier. Ein ſtiller Seufzer, ein leiſer Händedruck, und Guſtav Lindorms Seele war vor den großen Richter unſrer Thaten und Gefühle getreten.

Ungefähr eine halbe Stunde war verfloſſen, als

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