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Hermer in athemloſer Angſt anlangte. Zum erſten Mal in ſeinem Leben verließ ihn ſeine Seelenſtärke, als er die arme, holde Georgine neben der Leiche ihres Gatten ausgeſtreckt ſah, ohne ein Zeichen von Leben oder Be⸗ ſinnung, und Lindorm, ſeinen Freund und Sohn, für immer dahingegangen. Tief erſchüttert war Hermers männliche Seele. Das Erſte, was ihn zur Beſinnung brachte und an Lindorms letzte Bitte um Schutz für den Ueberlebenden erinnerte, war der Anblick Kornelli's, der in ſtummer Verzweiflung da ſaß und mit faſt wahnſinni⸗ gen Blicken auf die Gruppe hinſtarrte.
„Fliehe!“ ſchrie ihm Hermer in's Ohr;„Alles iſt oben für den zuerſt Ankommenden bereit!“
Die Dienſtleute hatten ſich geſammelt, die Verwir⸗ rung war ſchrecklich, und Kornelli ward von ihnen mecha⸗ niſch zum Wagen geführt. Der alte Kutſcher, der bereits geheime Verhaltungsbefehle erhalten hatte, ſtieg auf den Bock; Kornelli's Geräthſchaften wurden von dem neuen Verwalter ſchnell herabgetragen; nichts fehlte, als die für immer verlorene Ruhe des Gewiſſens; und jetzt ging es fort durch die Nacht, wie ein Sturmwind. Auch in
Kornelli's Seele war es Nacht.
Mancher Winter hat ſeit dieſem Abend ſeinen Schnee auf Lindorms Grab geworfen, mancher Sommer ſeinen Blumenduft darauf geſtreut, und noch ſitzt Georgine in troſtloſem Schmerz in dem einſamen Engelvik. Ihre Thränen ſind noch nicht vertrocknet; aber die Sorge für den heranwachſenden Sohn, das Abbild ihres Lieblings, hat den ſchwachen Lebensfaden zuſammengehalten. Seh⸗ nend haftet jeden Morgen ihr Blick an den hohen Wei⸗ den des Kirchhofes, die ihren ſchützenden Schatten über das Grab ihres Gatten ausbreiten; jeden Abend ſendek ſie einen verlangenden Seufzer zu dem Urquell aller
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