Teil eines Werkes 
4.-letzer Theil (1843)
Entstehung
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der Schwiegervater die That nicht hindern könnte, was Kornelli auf eine ſchimpfliche Art gedeutet hätte, ſollte das Boot nicht bälder als etwas vor fünf abgehen, ſo daß Alles vorbei ſein würde, ehe Hermer eintraf. Er hatte in der Stille den Befehl gegeben, zwei geſattelte Pferde im Stalle bereit zu halten, und den Reiſewagen herauszuziehen, für den betrübten Fall, daß einer von ihnen ſchnell nach der däniſchen Grenze hinüber reiſen müßte. Mit vollkommener Geiſtesgegenwart ordnete Lin⸗ dorm Alles an, ſetzte ſein Teſtament auf, und verordnete ſeinen Schwiegervater zum Vormünder ſeines Sohnes. Engelvik beſtimmte er zu Georginens Wittwenſitz und beſonderem Beſitzthum, und eine Menge geringerer An⸗ ordnungen, die ſeine Seelenſtärke, Beſinnung und Vor⸗ ausſicht bewieſen, ſchloſſen die Urkunde, die der neue Verwalter und Hofvogt, unter Anbefehl der ſtrengſten Verſchwiegenheit unterzeichnete. Das Letzte, das er ſchrieb, war ein Abſchiedsbrief an Georginen, mit deſſen auf⸗ regendem Inhalt wir unſre Leſer nicht erſchüttern wollen.

Um zwei Uhr fand er ſich wie gewöhnlich im Speis⸗ ſaale ein. Sie aßen allein, denn Kornelli hatte nicht herab⸗ kommen wollen. Still und bleich ſaß Lindorm am Tiſche.

„Trinke ein Glas Wein, mein Geliebter,“ bat Geor⸗ gine unruhig, und reichte ihm das Glas, das ſie mit Madera gefüllt hatte; aber als der Baron es an ſeine Lippen führte, fielen zwei große Thränen darein.—

„O Gott, Guſtav, was iſt das?“ rief Georgine und ſprang auf.

Stumm ſtreckte er ſeine Arme gegen ſie aus, und drückte ſie heftig an ſein von gewaltſamen Gemüthsbe⸗ wegungen klopfendes Herz. Ihre Thränen vermiſchten ſich; es war eine Stunde heiligen Schmerzes, der ihre Seelen durchbebte. Er war bitter, aber doch ſelig; denn ſie theilten ihn ja. Georgine ſtellte keine Frage; ſie ſah, daß ihr Gatte litt, und ſie litt mit ihm; aber ſie war weit entfernt, zu ahnen, was ihn eigentlich quälte.

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