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ginens Leib, indem er wild ausrief:„Du darfſt, Du ſollſt mich nicht verachten!
Georgine ſtieß einen durchdringenden Schrei aus; mit Lindorms Selbſtbeherrſchung war es vorbei; er ſtieß die Thüre auf, und ſtand jetzt wie eine Erſcheinung vor Beiden. Bleich wie Nachtgeſpenſter, und aufgeſtört von dem wilden Tumult der Leidenſchaften, mit feuerſprühen⸗ den Augen ſtanden Lindorm und Kornelli einander gegen⸗ über. Da arbeiteten ſich wie gewaltſam aufgeregte Wogen über Lindorms zitternde Lippen die Worte:
„Wie wagſt Du es, Du Schurke, Du elender und verächtlicher Bube, mein Weib und mich ſo zu beſchimpfen!“
„Halt!“ ſtammelte Kornelli zwiſchen den hart zu⸗ ſammengebiſſenen Zähnen hervor; ich habe Dich zwar beleidigt, das iſt wahr, aber nie vor dieſem Augenblick. Ich habe manchen harten Kampf mit der unglücklichen Leidenſchaft geſtritten, die meine Vernunft und mein ganzes Weſen verblendet hat, und darum, Lindorm, ver⸗ diene ich dieſe ſchimpfliche Behandlung nicht, die Du mir mit Deinem Herzblut abwaſchen ſollſt.“— Die letztern Worte flüſterte er leiſe Lindorm in's Ohr, und verließ ſchleunig den Pavillon.
Georgine, die zitternd und in geſpannter Erwartung dageſtanden war, warf ſich jetzt an die Bruſt ihres Gat⸗ ten, der ſie mit Entzücken in ſeine Arme ſchloß.— „Meine edle, heldenmüthige Georgine,“ rief er aus, „meine geliebte, angebetete Gattin, nie, nie, das ſchwöre ich bei Gott und dieſer bittern und ſeligen Stunde, wird je wieder ein Zweifel in meine Seele ſchleichen! Gebe der Allmächtige, daß es auch wieder ruhig und friedlich im Herzen des unglücklichen Kornelli's werde! Ich ging im Aufbrauſen meiner Gefühle zu weit; ich beleidigte ihn tiefer, als ich gewollt habe; und bitter, aber zu ſpät, ſind die Vorwürfe, die ich mir ſelbſt mache, daß ich ihm mein Haus öffnete, und ihn ſogar bat und nöthigte, hier zu bleiben. O, meine Georgine, hätte ich auf Deine
Guſtav Lindorm. II. 17


