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denn meine Seele vertrocknet, wie mein Herz? Ich habe gekämpft und gebetet; eitel war mein Gebet und frucht⸗ los mein Kampf; ich erliege der Pflicht und der Leiden⸗ ſchaft, und die Qualen, die ich jetzt leide, ſind die Strafe, die entſetzliche Strafe für den Leichtſinn, womit ich früher ſo manches unſchuldige Herz bethörte und betrog. Aber wann wird das aufhören? Nicht auf dieſer Seite des Grabes; denn die Leidenſchaft, die mein Herz verzehrt, und meine Kraft gebrochen hat, wird nicht aufhören, ſelbſt wenn ich es über mich vermag, meinen oft gefaßten Entſchluß, abzureiſen, auszuführen. Aber von nun an muß ich...“
Hier hörte Lindorm Tritte auf der Treppe und zog ſich zurück. Gleich darauf trat Kornelli ein. Eine dunkle Röthe überflog ſein Geſicht, als er Lindorm bei dem auf⸗ geſchlagenen Tagebuch ſtehen ſah; doch ein flüchtiger Blick auf die Züge des Barons, welche Ruhe, ja faſt den Ausdruck einer ſtillen Freude andeuteten, überzeugten ihn, daß dieſer ſein Geheimniß nicht kannte.
Lindorm trug nun in freundlichen und zarten Wor⸗ ten ſein Anliegen vor, ſprach von der Freude, die Arthur und ſeine junge Frau haben würden, wenn ſie ihre lieben und längſt erwarteten Freunde zu ſehen bekämen, und wie nothwendig es für Georginens Geſundheit ſei, eine Reiſe zu machen, ſo lange es die ſchöne Jahreszeit erlaubte.
Kornelli ſaß ſtumm und düſter, das Auge auf den Boden geheftet.
„Du leiſteſt uns doch Geſellſchaft, mein beſter Freund?“ fuhr Lindorm fort.„Ich bürge Dir dafür, daß Du Dir gewiß vortrefflich in Lindholm gefallen wirſt, wo die ge⸗ fälligſten und angenehmſten Wirthsleute uns mit Freuden empfangen werden.“
„Wann werden wir abreiſen?“ fragte Kornelli eintönig.
„Nächſten Montag,“ antwortete der Baron.„Sonn⸗ tags haben wir, wie gewöhnlich, Fremde hier. Es iſt mein Geburtstag, und da wollen wir es uns ein wenig wohl ſein laſſen, mein lieber Kornelli!“
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