Teil eines Werkes 
4.-letzer Theil (1843)
Entstehung
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gewöhnlich vorlas. Dieſer bemerkte es mit einer immer mehr ſteigenden Unruhe, und er fing an, ſich bittere Vorwürfe über den unglückſeligen Einfall zu machen, der ihn vermocht hatte, auf dieſe Art ſeine eigenen Grübe⸗ leien zu nähren. Wohl war er ſeinerſeits zur vollen Ge⸗ wißheit gelangt, denn bei Georginens Benehmen war es unmöglich, jene zu unterhalten; aber in demſelben Maße nahm ſein Schmerz und ſein Mitleid für Kornelli zu, deſſen Schwermuth ſich ſchwer auf ſein Herz legte und deſſen herbe Kämpfe in leſerlichen Zügen auf ſeiner bewölkten Stirne ſtanden. Selbſt konnte Lindorm keinen Wink wegen der Abreiſe geben; denn die Aufführung des Kapitäns gab keine Veranlaſſung dazu. Er ſchien ſeine Leidenſchaft vollkommen zu beherrſchen; aber ſie verrieth ſich in ſeinen eingefallenen Wangen, ſeiner nach⸗ läfſigen Haltung und dem dunkel brennenden Blick des Auges. Er ſprach Georginen nie an; aber wenn ſie etwas äußerte, ſchien ſein ganzes Weſen Ohr zu ſein, und wenn ſie zuſammen ſpazieren gingen, bot er ihr nicht mehr, wie früher, ſeinen Arm, ſondern ging ſchwei⸗ gend und mit Abſtand neben ihr her, die Arme über der Bruſt gekreuzt oder auf dem Rücken. Daſſelbe Ver⸗ hältniß trat ein, wenn er zufällig in ein Zimmer eintrat, wo ſie allein war; dann verließ er es entweder haſtig, oder ſaß ſtumm da, wie ein Bild.

So verging die Zeit. Hermer und ſeine Frau hat⸗ ten ſchon längſt die Lage der Dinge bemerkt, und be⸗ klagten in ihrem Herzen, daß die Sache zu zart war, um ihrer zu erwähnen. Dennoch nahm ſich Hermer vor, eine paſſende Gelegenheit zu ſuchen, um mit Kornelli zu ſprechen; aber da dieſer ihm ſichtlich auswich, kam Hermer auf einen andern Plan, den ſein Weib Georginen und dieſe ihrem Manne mittheilte. Er ergriff ihn mit Freude, als den letzten Ausweg, um die mißliche Sache einigermaßen zurecht zu ſetzen. Hermers Plan beſtand darin, daß der kleine Georg, der jetzt ſo alt war, um entwöhnt werden zu können, einige Zeit bei den Eltern

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