Teil eines Werkes 
4.-letzer Theil (1843)
Entstehung
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hier gehabt, ſo weiß ich nicht, wie Kapitän Kornelli zu Stande gekommen wäre. Er dürfte auch ſo gehörig Langeweile gehabt haben, fürchte ich.“

„Darein muß ein Alltagsgaſt ſich finden,“ verſetzte Lindorm;„Kornelli iſt übrigens ſo ordentlich und gar nicht ceremoniös. Ich bin recht froh, daß wir ihn hier haben.“

Aber darin ſagte er eine Unwahrheit; eigentlich wünſchte er Kornelli weit weg, da er oft genöthigt war, theils zum Gericht, theils in andern Angelegenheiten längere oder kürzere Reiſen zu machen. Da würde denn Kornelli zu häufig Gelegenheit bekommen, mit Georginen allein zu ſein, was er jetzt, da die Vernunft wieder angefangen hatte zu erwachen, weniger wünſchenswerth und nothwendig fand, obwohl nicht um Georginens willen, denn ihrer war er ſicher. Er fand jetzt, wie ihm Brant geſagt hatte, daß ein Wahnſinn, ein Spuck ſeiner Einbildung mit ihm ſein Spiel getrieben hatte; und in Kornelli's Zügen meinte Lindorm bei ſeiner Heimkehr einen Ausdruck zu finden, der ihm ſchmerzlich ſeine Selbſtſucht und die Gleichgültigkeit vorwarf, womit er ſeinen Gaſt der Qual überlaſſen hatte, in langen Athem⸗ zügen das ſüße Gift einzuſaugen.

Unter eitlen Ueberlegungen, wie man auf eine glimpfliche Art Kornelli vom Hauſe entfernen könnte, war allmälig ein Monat verſtrichen; aber noch ließ jener kein Wort von einer beabſichtigten Abreiſe fallen. Doch hatte er Lindorm den Vorſchlag gemacht und dieſer ihn mit Vergnügen ergriffen, ihm auf ſeinen kleineren Reiſen in der Umgegend Geſellſchaft zu leiſten; und wenn dieſe zuweilen von zu trivialer Beſchaffenheit waren, um Kor⸗ nelli eine Zerſtreuung gewähren zu können, ſo ſchlug er ſelbſt den Weg nach Roſendal ein und vermied es faſt mit einer ängſtlichen Sorgfalt, mit Georginen allein zu ſein. Doch wenn er ſich unbemerkt glaubte, weilte ſein Auge mit einem düſtern, ſchwärmeriſchen Ausdruck auf ihr. Ganze Viertelſtunden lang konnte er da ſitzen und ſie betrachten, wenn ſie Abends nähte und Lindorm wie