ben, und alle Beſorgniſſe deſſelben dadurch zu beruhigen, daß er ihn davon in Kenntniß ſetzte, wie gnaͤdig die ewige Liebe Alles zum Guten gelenkt und ihn bei Zeit ſeine Verirrung habe einſehen laſſen; Kornelli ſei ihm jetzt nur ein lieber Gaſt und ſo weiter. So dachte und fühlte Lindorm jetzt; er war wieder zur Beſinnung ge⸗ kommen; aber in ſeiner großen Selbſtſucht dankte er Gott, daß er nach eigenem Plane ſein Schiff ſicher in den Hafen gelenkt habe, und vergaß ganz, daß Kornelli vielleicht manchen Kampf mit den Stürmen des Herzens beſtehen würde, ehe auch er den Hafen erreichte. Und wenn er ihn nicht erreichte, wenn er nie Anker werfen ſollte auf dem heiligen Grunde des Friedens und der Ruhe, wo ſollte dann Lindorms eigener Friede gedeihen? Doch was Kornelli betraf, ſo glaubte Lindorm, daß ſich das ſchon geben würde; er dürfte nur Ort und Perſonen wechſeln, um daſſelbe mit den Gefühlen zu thun.
Als der Baron ſeine Geſchäfte am Gerichtshofe be⸗ endigt hatte, überredete er Holk auf den Abend ihm und Hermern Geſellſchaft nach Engelvik zu leiſten, um eine Parthie zu ſpielen und mit Kapitän Kornelli⸗ Bekannt⸗ ſchaft zu machen. Der Oberrichter, der nie einem Be⸗ weisgrunde widerſtehen konnte, worin ein Spieltiſch figu⸗ rirte, willigte gleich ein, und die Herren reisten ab. Bei ihrer Ankunft fanden ſie Frau Hermer und Kornelli allein im Wohnzimmer Piket ſpielen. Georgine ſaß im Kabinete und ſchläferte ihr Söhnchen ein, das den ganzen Tag über in Folge des Zahnens ungewöhnlich empfindlich ge⸗ weſen war.
„Meine einzige, meine holde Georgine,“ ſagte Lin⸗ dorm zärtlich und ſchlang koſend ſeinen Arm um Mutter und Kind,„haſt Du den ganzen Tag hier ſo in der Langeweile zugebracht?“
„Ich habe gewiß keine Langeweile gehabt,“ erwie⸗ derte Georgine lachend;„aber doch, mein lieber Guſtav, habe ich, außer beim Mittageſſen, nicht bei der Geſell⸗ ſchaft ſein können, und hätte ich heute nicht Mama
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