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Freundſchaft eingab, um Kornelli zu vermögen, daß er ihm folgen ſolle. Allein dieſer erwiederte:„Ich habe mein Verſprechen gegeben. Fürchte nichts, Brant! Ich kann mich beherrſchen, darauf verlaſſe Dich. Ich werde in Georginen nie etwas Anderes ſehen, als die Gattin meines Freundes.“
„Aber doch ſie lieben,“ fiel Brant ein.
„Ja, wie man ein ſchönes Kunſtwerk liebt, oder einen Engel, den man unmäglich in die niedern Regionen der Leidenſchaft herabziehen kann. So will ich ſie anbeten, ohne daß ein Blick oder ein Wort mein Gefühl verrathen ſoll.“
„Bah, welch' ein einfältiges Geſchwätz!“ ſiel Brant erzürnt ein;„das Anſchauen eines Kunſtwerks oder En⸗ gels gebiert keine Leidenſchaften. Das iſt eitel Miſch⸗ maſch; Satanszeug iſt es, womit Du Dich ſelbſt in Schlaf lullſt, um einen Deckmantel für Deine Schwach⸗ heit zu finden. Sei ein Mann, Kornelli; ſchüttle dieſe Feſſeln ab, die Deinen kühnen Geiſt ketten; bleibe bei Deinem erſten, edlen, Deiner würdigen Vorſatz; fliehe mit mir, Deinem Freund, Deinem Schwager, Deinem Waffenbruder! Vor Feinden mit Fleiſch und Blut weichen weder Du, noch ich; aber vor denen, welchen Du jetzt entgegengehſt, iſt es beſſer, zu fliehen, als einen Kampf zu verſuchen, deſſen Ausgang ſo zweifelhaft iſt.“
„Mein edler und redlicher Brant! ich fliehe nicht! Bitte mich nicht darum; denn es ſchmerzt mich, daß ich Dir Deine Bitten abſchlagen muß. Aber glaube mir, bald werden wir uns wieder treffen, und Du wirſt mich dann Deiner Achtung nicht unwerth finden.“
„Gebe Gott, es wäre ſo!“ ſeufzte Brant und um⸗ armte mit einem düſtern und drückenden Gefühle den Freund, der ihm ſo theuer war.
Beim Abſchied flüſterte er Lindorm in's Ohr;„Er⸗ innere Dich unſerer Unterredung, und ſpiele nicht allzu grauſam und ſelbſtſüchtig mit Kornelli's Ruhe. Sein Ge⸗ fühl iſt tiefer, als es je vorher in einem ähnlichen Falle war. Beſinne Dich deßhalb, ich beſchwöre Dich darum!


