Teil eines Werkes 
4.-letzer Theil (1843)
Entstehung
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Bedenke wohl, daß Schuld und Verantwortung nur Dich treffen werden.“

Darauf trat Brant zu Georginen, und führte mit tiefer Rührung und einem ahnungsvollen Schauer ihre Hand an ſeine Lippen.„Verehrte Frau,“ ſagte er,„wie unendlich wird es mich freuen, wenn ich in meiner fer⸗ nen Heimath vernehme, daß Ihr Glück in der Zukunft ver⸗ borgenen Geſtaltungen eben ſo zu blühen fortfährt, wie es jetzt ihre Wange thut! Möchten Sie während eines langen und ſeligen Lebens den Samen zu den unver⸗ gänglichen Roſen ſammeln, die einſt Ihr Leben zieren werden, wenn die zärtlicheren Blumen der Jugend und Schönheit jener der edlern Gattung Platz machen!“

Georgine fühlte ſich wunderbar gerührt von Brants freundlichen Abſchiedsworten. Wehmüthig und mit einem unausſprechlich ſüßen Ausdruck im Blick nickte ſie mit dem Kopfe und erwiederte leiſe:„Das ſoll das Beſtreben meines Lebens ſein. Grüßen Sie Ihre Gattin, edler Brant, und ſagen Sie ihr, daß ich für Ihr beiderſeiti⸗ ges Wohl beten werde.“—

Kapitän Brant ſtieg in den Reiſewagen, und bald zeigte nur noch eine Staubwolke die letzte Spur des red⸗ lichen Freundes, des ruhigen, wohldenkenden Mannes.

Wer hat nicht ſelbſt die Leere empfunden, die ſich unwillkürlich einſtellt, wenn eine Perſon von uns ſchei⸗ det, die in unſerem häuslichen Kreiſe heimiſch geworden war, und deren Eigenſchaften wir kennen und ſchätzen ge⸗ lernt hatten. In Engelvik fühlte man dieſe Leere in hohem Grade, da Kornelli's Verweilen ſie nur noch merkbarer machte. Georgine ging in das obenerwähnte Kabinet, wo ſie ihren Sohn, den kleinen Georg, auf den Arm nahm, und im Spiel mit ihrem Liebling, dem kleinen Wildfang, vergaß ſie für einige Minuten, daß etwas Störendes geſchehen war. Doch als ihr Blick zufälliger⸗ weiſe auf das noch aufgeſchlagene Buch fiel, aus welchem ihr Lindorm an dem letzten ſeligen Abende vorgeleſen hatte, da fühlte ſie, wie eine Thräne um die andere ſich leiſe

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