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So viel ich merken konnte, ergab ſich Madame Mars⸗ hauſen ziemlich geduldig in ihr Schickſal; und als nun der genannte wichtige Actus den Bund beſiegelt hatte, hörte man Holk fragen:
„Wann, meine liebe Bertha, wollen wir die Ver⸗
lobung bekannt machen?“
„Ach, ich weiß nicht,“ verſetzte ſie;„es wird damit wohl nicht eilen. Doch, wie Du willſt, beſter Holk!“
Ich konnte zwar nicht ſehen, was der Oberrichter bei dieſer Aeußerung für ein Geſicht machte; aber ich kann darauf ſchwören, daß es das allerglückſeligſte geweſen ſein muß; denn hundertmal habe ich ihn ſagen hoͤren:„Ich kenne, auf meine Ehre, nichts, das mir mehr gefällt, als wenn ich ein liebenswürdiges Weib die einfachen, aber inhaltsreichen Worte gegen ihren Mann ausſprechen höre: „wie Du willſt, mein Schatz. Es liegt etwas Demüthi⸗ ges darin, das dem Weibe außerordentlich wohl anſteht, und dem Manne über die Maßen gefällt.“— Demzufolge konnte ich leicht ſchließen, wie angenehm Holks Gefühle geweſen ſein mußten, und ich bin gewiß, daß Madame Marshauſen dieſe ſeine Schwachheit kannte; denn ſo viel ich bemerken konnte, gehörte ſie zu der Art von Weibern. welche es keineswegs lieben, jenen Ausdruck als Motto über jedem Kapitel im großen Folianten des Eheſtandes zu benützen. Doch jetzt muß ich ſchließen, denn ſonſt verfalle ich in die Weitläufigkeit, welche ich ſelbſt bei den Schriftſtellern nicht leiden kann. Genug, die Verlobung wurde auf zehn Tage nachher feſtgeſetzt. Holk und ich nahmen Abſchied, nachdem ich zuvor meiner Roſenknoſpe, die von All' dem, was wir gehört hatten, ganz verwirrt war, zugeflüſtert hatte:
Süße Loniſe, glauben Sie, daß zwiſchen unſern Herzen einige Harmonie ſich findet?“
Mein, das glaube ich gewiß nicht,“ erwiederte ſie ſchelmiſch;„denn während der Herr Lieutenant unauf⸗ hörlich nach der Thüre zur Rechten ſah, ſah ich gegen die zur Linken.“


