Teil eines Werkes 
4.-letzer Theil (1843)
Entstehung
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geſprochen hätte,— verſteht ſich, daß das nicht ſo pro⸗ ſaiſch herausgekommen wäre,— ſie tief erröthet wäre, gezittert und den Kopf ſchamhaft weggewendet hätte, um dieſes verätheriſche Zeichen zu verbergen. Madame Mars⸗ hauſen, die ich durch die halbgeöffnete Thüre betrachten konnte, that jedoch nichts von all' dem. Wegen des Er⸗ röthens kann ich nichts ſagen, denn die Dämmerung war zu ſtark, um das wahre Verhältniß zu unterſcheiden; aber das iſt gewiß, daß ſie ſich ganz ungenirt zu Holk wandte, und mit dem ruhigſten Tone von der Welt ſagte: „Der Antrag des Herrn Oberrichters iſt ſehr ſchmeichel⸗ haft für mich, und ich nehme ihn an, in der Ueberzeugung, daß unſre Neigungen und Anſichten ziemlich überein⸗ ſtimmend ſind. Aber um aufrichtig zu ſprechen, muß ich Ihnen erklären, daß mein Vermögen auf keine Art für bedeutend anzuſehen iſt.“ —„Was das betrifft, meine allerliebſte Madame Mars⸗ hauſen,“ antwortete Holk,„ſo kann das Niemand beſſer als ich beurtheilen, da ich die Verlaſſenſchaft Ihres ver⸗ ſtorbenen Mannes zu beſorgen hatte; aber erlauben Sie mir Ihnen zu ſagen, daß das, obwohl gewiß ſehr wün⸗ ſchenswerth, bei dieſer Gelegenheit von mir als Neben⸗ ſache angeſehen wird. Ich habe ſelbſt ein ſo hinreichendes Vermögen, daß ich mir kein Weib von dieſer Eigenſchaft zu ſuchen brauche; aber, wie Sie ſich auszudrüͤcken be⸗ liebten, es iſt auch meine Ueberzeugung, daß unſre Ge⸗ müther ſympathiſtren, und daß wir deßhalb ſo glücklich werden können, als es ſich in dieſer Welt thun läßt. Und nun, meine Beſte— wie iſt doch Dein Name? Ach, ich erinnere mich, Bertha! Nun, liebe Bertha, ſo wollen wir denn für ewige Zeiten alle unnöthigen Komplimente ablegen.“— Und hiemit traf der Oberrichter ganz gründ⸗ lich Anſtalten, um die Lippen ſeiner ſchönen Verlobten in Beſitz zu nehmen. „Ach,“ dachte ich,„wer das auch thun dürfte!“ aber im Grunde war ich doch froh, daß Louiſe ſo ſehr abſeits ſaß, daß ſie nichts von dieſem Schauſpiel ſehen konnte.

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