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und es ſcheint nicht unwahrſcheinlich, daß ſie im umge⸗ kehrten Verhältniſſe daſſelbe thut.
Acht Tage nachher.— Es fällt Einem ein wenig ſchwer, Memoiren zu ſchreiben, wenn die Begebenheiten immer dieſelben ſind. Montag in Balderslund; Diens⸗ tag träumeriſch; Mittwoch wieder dort; Donnerſtag ver⸗ drießlich, bei ſchlechter Laune, gähnend und ſchläferig; Samſtag und Sonntag in Balderslund, folglich im Him⸗ mel. Von einer ſolchen Fahrt zurückgekommen, wer kann da wohl mit Gleichmuth einen elenden Gänſekiel anſtatt Louiſens ſchönes, ſonnverbranntes Händchen drücken? Nein, das iſt zu toll. Ich ſchreibe kein Wort mehr, bis ich etwas Neues zu ſchreiben habe.
Zehn Tage ſpäter.— So, jetzt gibt es etwas zu erzählen; Holk, der Ehrenmann, hat das Jawort erhalten. Sie dachten wohl, daß Louiſe und ich geſtern Abend nichts hörten; aber da haben ſie ſich getäuſcht. Der Ober⸗ richter und Bertha ſaßen auf dem Sopha in dem kleinen Kabinette. Die Thüre in das Wohnzimmer ſtand offen. Dort ſaßen Louiſe und ich auf unſern Tabouretten vor einem Tiſchchen, und waren damit beſchäftigt, eine Ar⸗ beit aus dem Franzöſiſchen zu expliciren. Aber wie das nun zuging, die Worte ſtarben allmählig von unſern Lippen weg; denn theils wurde es dämmerig, theils waren unſre Ohren ganz und gar von dem Vergnügen in An⸗ ſpruch genommen, das reine, gute Schwediſch zu hören, das von dem nächſten Zimmer herüber klang. Anfangs ſprachen ſie leiſe; aber bald vergaß Holk den ſanften, flüſternden Ton, der einem Liebhaber eigen iſt, und ſagte ganz laut:„Meine beſte Madame Marshauſen, Sie machen mich alſo ſo glücklich, mein Herz und meine Hand anzunehmen?“ Jetzt hatte ich Gelegenheit, die Bemer⸗ kung zu machen, wie verſchieden ſich ein Frauenzimmer von dreißig Jahren und ein Mädchen von ſechszehn oder achtzehn bei ſolchen Gelegenheiten benehmen. Deß bin ich gewiß, daß, wenn ich je ſo zu meiner Roſenknoſpe


