Teil eines Werkes 
4.-letzer Theil (1843)
Entstehung
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aus aller Verlegenheit.„Sie verſprachen mir, als ich zuletzt hier war, mir bei einer andern Gelegenheit etwas zu ſingen. Erinnern Sie ſich deſſen, Fräulein Montén?“

„Ja, das habe ich Ihnen verſprochen,“ rief ſie fröh⸗

4 lich,„und das werde ich auch halten.“ Sie ſetzte ſich

aan das Inſtrument, und nachdem ſie ein wenig präludirt hatte, begann ſie einen Geſang, der ewig— ich glaube nicht, daß das zu viel geſagt iſt— in meinem Herzen wiederklingen wird. Sie hatte eine Stimme, die ich die einer Nachtigall nennen möchte, wenn ich nicht ſolche alte Gleichniſſe verſchmähte. Kurzum, ſie ſang ſich in das Allerheiligſte meines Herzens. Aber wohin gerathe ich? Ich glaube, daß es bald zehn Uhr iſt, und ich fange an vor dem Monde zu ſchwärmen, anſtatt vor der Sonne.

Drei Wochen ſpäter.— Es geht beſſer mit meinen Bemühungen, als ich zu hoffen wagte. Mit jedem Tage finde ich den ſonderbaren Umſtand immer richtiger, daß ich leben, athmen, mein Daſein tragen kann, ohne unter dem Einfluſſe der Sonne meines Lebens zu ſtehen. Von einer ſolchen Untreue wäre nie die Rede geweſen, wenn ich es nicht für eine Pflicht angeſehen hätte, zurückzu⸗ treten, und die Jugend findet immer, wie bekannt, ihren Lohn. Mir iſt das ſüße Geſchäft zugefallen, daß ich meiner hoffnungsvollen Roſenknoſpe eine feinere Bildung geben darf. Mit jedem Tage wird Louiſe gelehriger, und ich ſtolzer auf mein Werk. Wir leſen franzöſiſch und dentſch zuſammen, und zur Belohnung dafür, daß Ma⸗ dame Marshauſen ihre Einwilligung dazu gab, werde ich ihr die Ehre eines kleinen Plätzchens in meinen Me⸗ moiren gewähren. Sie begegnet jetzt Louiſen ſchweſter⸗ licher als vorher, wo Alles auf mütterliche Art und Weiſe behandelt wurde. Uebrigens iſt Madame Marshauſen ein in vielen Rückſichten vortreffliches Frauenzimmer, und wenn ſich mein geübter Blick nicht betrügt, ſo lauſcht ſie den Artigkeiten des Oberrichters mit Vergnügen. Ich ſage Louiſen keine; ich will ſie nicht dadurch verderben;

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aber ſie weiß dennoch, daß ich herzlich viel auf ſie halte,

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