„Aber,“ wandte ich ein,„wiſſen Sie, woher das kam, Louiſe?“
„Das liegt wohl in meiner Natur,“ meinte ſie lachend.
„Gott behüte uns davor, Louiſe! Ich würde ver⸗ zweifeln, wenn das der Fall wäre; doch ein ander Mal alſo?“ Ich konnte nicht fortfahren; ſie ſprang von mir weg; und da ſitze ich nun, und habe die halbe Nacht ge⸗ ſchrieben, da ich nicht ſchlafen kann. Das grüne Himmel⸗ bett muß morgen jedenfalls weg; denn jetzt ſpucken dunkel⸗ braune Locken, anſtatt der goldgelben, unter dem weißen Häubchen, und laſſen mir keine Ruhe. Jetzt löſche ich das Licht, und werde die Augen zumachen, bis ich einſchlafe.
Den Tag darauf.— Mein Gott, welches Unglück!
Meine ehemalige Lebensſonne iſt erkrankt, und das in
Folge ganz ſonderbarer Umſtände. Frau Hermer fand ſie ohnmächtig auf dem Boden im Saale, wo wir ſo manche ſchöne Stunde hinweg geſchwatzt haben; was hat das wohl zu bedeuten? Es war faſt zu derſelben Zeit, als Waldenberg abreiste; aber ich kann nicht glau⸗ ben, daß das die Urſache war. Eher iſt es mir wahr⸗ ſcheinlich, daß, weil Hermer jenen begleiten mußte, eine Angelegenheit, die Lindorm berührte, auf der Bahn war; und verhält es ſich ſo, ſo muß ich mich glücklich ſchätzen, daß ich dieſe Reiſe mit Holk unternahm, denn wahrſchein⸗ lich hätte ich wenig oder gar keine Hoffnung auf Erfolg gehabt. Vielleicht will dieſe Sonne nur auf Lindorm's dunkle Pfade ſcheinen! Nun wohl! man muß ſich mit Ergebung in das fügen, was man nicht ändern kann, und aus der Noth eine Tugend machen. Noch immer ſehe ich Georgine für das vollkommenſte Weib an, das ich ge⸗ ſehen habe; aber gerade dieſe Vollkommenheit iſt es, die macht, daß ich mich bei ihr weniger daheim fühle. Ge⸗ wiß hätte ſie mir, wie allen meinen Vorgängern, eine abſchlägige Antwort ertheilt, und dem konnte ich ehen ſo gut ausweichen. Und dann! wie ſchön haben nicht zwei Monate meine Roſenknoſpe entwickelt! Mein Louischen iſt


