wieder gewonnen, auf ſeiner ſchöͤnen, klaren Stirne und in ſeinem ganzen Weſen thronte wieder jenes Etwas, das Willy ſo treffend imponirend und höchſt diſtinguirt genannt hatte. Mit Einem Worte, eine wunderbare Veränderung war mit ſeinem ganzen Weſen, mit Leib und Seele vorgegangen. In ſeinem Blicke lag etwas Eigenes, Süßes und Schwärmeriſches, eine Folge der überſtandenen Leiden; aber der trübe, finſtre Ausdruck zeigte ſich nicht mehr.
Es war eines Morgens nach dem Frühſtücke, als Hermer es zum erſten Male wagte, einen Gegenſtand zu berühren, den man bisher immer ſorgfältig ver⸗ mieden hatte. Es betraf Konſtanzens Begräbniß; ſie war noch im Chore der Ekenberger Kirche beigeſetzt.
„Was denken Sie davon, beſter Baron,“ fragte Hermer;„iſt es Ihr unabänderlicher Entſchluß, die lange und beſchwerliche Fahrt nach Hamringen zu un⸗ ternehmen? In Wahrheit, das ſcheint mir ein allzu⸗ ſchwieriges Geſchäft zu werden. Sollte ſie nicht eben ſo gut an einer andern Stelle ruhen können? Hier, an dieſem Orte, wo ihre Namen ein Geheimniß bleiben müſſen, geht das zwar nicht wohl an; aber unſer Kirch⸗ hof in Effenbo iſt ja ſchön, laſſen Sie ſie dort ſchlafen!“
„An was denken Sie?“ ſprach der Baron, und eine ſtärkere Röthe flammte über ſeine Züge.„Soll ich mein todtes Weib dahin führen, wo ich möglicher⸗ weiſe noch Frieden und Glück aufblühen ſehen darf? Hieße das nicht, von einer falſchen Seite beginnen, wenn ich ſelbſt die Bilder des Todes und der Trauer in Engelvik einführen würde? Nein, Hermer, das geht nicht an; ſolche Gäſte kommen noch zeitig genug. Ueberdieß würde es Gelegenheit zu tauſend verdrieß⸗ lichen Anekdoten geben, die für mich natürlicherweiſe höchſt unangenehm wären. Auch von einer andern Seite aus betrachtet, möchte ich es nicht. In der Hamringer Kirche befindet ſich unter dem Chore die Familiengruft; dort ſoll Konſtanze ruhen, an der Seite ihrer vorangegangenen Ahnen miütterlicher Seite;
„Un dage berü beſu wiſſe ring


