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denn dieſe Gruft hat ſeit undenklichen Zeiten den Be⸗ ſitzern von Hamringen gehört und zuletzt denen von Axxr, deren letzter Sprößling ſie war. Ich werde ihr eine Ehre erweiſen, wenn ich ihr allein zu ihrer erſten und letzten Heimath folge und ein Zeuge von den. Thränen bin, die ihre Untergebenen um den Staub der frühzeitig gebrochenen Blume mit den meinen vermi⸗ ſchen ſollen. Denn obwohl jung, war ſie doch ihnen Allen eine Mutter. Sollte unſer alter, redlicher Ver⸗ walter nicht noch einmal ſeinen Abgott zu ſehen be⸗ kommen? Ja, ſie ſoll nach Hamringen geführt werden, und trotz aller Vorurtheile, über die ich mich hinweg⸗ fetze, ſoll auch Müller mitgenommen und ſeine Leiche neben die ihrige gelegt werden. Er und Konſtanze ſollen wenigſtens im Tode vereinigt ſein; ſie ſollen eines an der Seite des andern ruhen. Dieſer Gedanke hat mich ſchon lange beſchäftigt, und ſeine Ausführung wird mir einen ſüßen Troſt gewähren, da ich weiß, daß, wenn je die Engel noch Gemeinſchaft mit der Erde haben, ſte mir für dieſe Anordnung danken wird.“
„Ich theile dieſe Anſicht,“ ſagte Waldenberg;„ſie erfüllt mich mit einer innigen und wehmuthigen Freude. Gott ſegne Sie, Herr Baron, für den edlen Hochſinn, daß Sie ſich über die kleinlichen und eingewurzelten Gewohnheiten des Vorurtheils hinwegſetzen! Ach, wie freut es mich, daß der arme Müller wenigſtens nach dem Leben das unſchätzbare Glück erreicht, daß er im Tode mit dem Weſen vereinigt wird, das ihm Alles war!“
„Aber,“ wandte Hermer ein,„hat der Baron be⸗ dacht, welche Hinderniſſe der Erfüllung dieſes ſchönen Wunſches entgegentreten?“
„Das ſollte ich nicht meinen,“ entgegnete Lindorm. „Unſer guter Wirth iſt mein Freund; er wird nichts dagegen haben; wir haben ſchon zum Voraus die Sache berührt. Waldenberg und ich werden Müller’s Vater beſuchen. Er wird mir für meine Anordnung Dank wiſſen, das iſt ſicher; und was den Pfarrer von Ham⸗ ringen betrifft, ſo iſt er ein zu aufgeklärter Mann, um


