Teil eines Werkes 
4.-letzer Theil (1843)
Entstehung
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tief niedergedrückt, von ihren jungen und reinen Lippen das Wort auffaßte und glaubte und hoffte! Ach, glau⸗ ben Sie mirz ſie hat das ſanfteſte Gemüth, das wärmſte Herz, die edelſte und ſtärkſte Seele, die je einem Weibe angehörte; und ſchwerlich wird man ein Weſen finden, wo ſich die jungfräuliche Sittſamkeit beſſer ausſpräche, als in ihrem Benehmen, das zugleich ſo vollkommen frei von aller Ziererei iſt.“

„Ja, das iſt nicht zu beſtreiten,“ ſeufzte Lindorm. „Aber wir gerathen zu tief in einen neuen Stoff; gute Nacht, lieber Waldenberg!“— Dieſer ging, und nach⸗ dem Baron Guſtav verſucht hatte, die Menge neuer Gedanken und Gefühle zu ordnen, die ſeinen Kopf und ſein Herz erfüllten, erhob ſich ſeine Seele auf den Schwingen des Gebets zu Dem, der in ſeiner Hand alle die zerſtreuten Fäden unſres Schickſals hält. Nie hatte er das ſo ſehr gefühlt, als in dieſem Augenblick. Er entſchlief endlich, ruhiger als ſeit langer Zeit.

Drittes Kapitel.

Hoͤrſt du, wie dort die Palme uͤber Graͤber ſaͤuſelt?

Lauſch' gut! es regt ſich tief im Schooß der Erde. Nikander.

Ja gewiß, wir ſeh'n uns einſtens wieder,

Ruhe ſanft, du edler, guter Geiſt!

Miſche deine Stimme mit der Engel Lieder,

Einſt, gewiß! wir ſeh'n uns Alle wieder,

Nicht fuͤr immer bleibt das Herz verwaist! Stenhammar.

Hermer und Waldenberg hatten jetzt mehr als eine Woche im Pfarrhauſe zugebracht. Lindorm war ſichtlich beſſer, und fing ſchon an, aufzuſtehen. Leben und Farbe waren wiedergekehrt, das Auge erſchien feuriger, ſeine hohe, ſchlanke Figur hatte ſich wieder aufgerichtet und ihre frühere Elaſticität, ihre ungezwungene Anmuth