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ſich heraus brachte; aber ich glaube, daß es nicht zum beſten war; denn ſie ſchien keineswegs überzeugt, als ich, um die Frauenzimmer zu beruhigen, ſie verſicherte, daß die Reiſe in Folge eines Verluſtes im Getreidehandel geſchehen müſſe, den Waldenberg während der Abweſenheit ſeines Herrn erlitten habe. Dieſe kleine unſchuldige Liſt ſchien mir beſſer, als die Wahrheit, wenigſtens bei dieſer Gelegenheit, da ſich beide zu aufrichtig für Ihr Schickſal intereſſtren, als daß ich ſie der Ungewißheit und Furcht während unſerer Abweſenheit hätte überlaſſen wollen.“
Hermer ſchwieg. Er hatte weit mehr geſprochen, als nöthig war, um ſeinem ſcharfen Auge Gelegenheit zu geben, die Bewegungen, die in Lindorms Zügen wechſelten, zu er⸗ kennen. Er erwiederte zwar kein Wort; aber ein Purpur⸗ roth färbte ſeine blaßgelben Wangen mit einem flüchtigen Schimmer, in ſeinem Auge flammte ein ſchnelles Feuer auf, und ein fühlbares Zittern bewegte die Hand, die Hermer in der ſeinen hielt. Nach einer langen Pauſe fragte Lindorm: „Kommt nicht auch Waldenberg? ich ſehnemich nach ihm.“
Dieſer trat vor, und ſein thränenvolles Auge be⸗ trachtete mit vergebens zurückgehaltener Rührung Lin⸗ dorms entſtellte Züge. Seine Lippen öffneten ſich; aber er brachte kein Wort heraus.
„Mein edler Waldenberg!“ ſagte Baron Guſtav,„Sie haben noch nicht das glückliche Geheimniß eines Welt⸗ mannes gelernt, Ihre Gemüthsbewegungen unter dem er⸗ künſtelten Gewande der Ruhe zu verbergen. Hermer zeigte ſich durchaus nicht über mein Ausſehen verwundert; aber ich brauche nur auf Sie zu ſehen, um zu begreifen, daß es eine ſtarke Veränderung erlitten haben muß.“
„Wenn ich der Leiden und Schmerzen gedenke, die ſie hervorgebracht haben,“ ſagte Waldenberg leiſe,„ſo konnte ich nicht hoffen, daß das Ausſehen des Herrn Barons ein anderes ſein würde.“
„Was wiſſen Sie denn davon, Waldenberg?“ fragte Lindorm, in einem Tone, der zugleich Verwunderung und Mißvergnügen über dieſe, wie es ihm ſchien, unpaſſende Einmiſchung in einen ſo zarten Gegenſtand ausdrückte.


