Teil eines Werkes 
4.-letzer Theil (1843)
Entstehung
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anzuhören. Jetzt danke ich Gott, daß wir hier find.

Aber erlauben Sie mir die Frage, iſt hier kein Arzt?“

„Ich habe zweimal den Provinzialarzt hier unten gehabt,“ ſagte der Pfarrer, und legte Nachdruck auf das Wort,„und er hofft das Beſte. Der Baron befindet ſich jetzt auch weit beſſer, als er vor einer Woche war, obwohl er noch ſchwach iſt. Nach einer ſolchen Krank⸗ heit iſt nichts Anderes zu erwarten.“— Ein leichter Zug von Ungeduld ſchwebte um Guſtavs Lippen. So⸗ bald der Pfarrer ſchwieg, fragte er mit merklicher Unruhe in Ton und Blick:„Wie befindet ſich Ihre Familie, Hermer?“

„Sehr gut, Gott ſei Dank,“ erwiederte Hermer. „Mein Weib war nur ein wenig erſchrocken, als ſie meine haſtige Abreiſe erfuhr.“

„Ihre Gattin Alida war immer theilnehmend.“ — Es lag etwas in Lindorms Stimme, das geywiſſe, ſchon zum Voraus erweckte Ahnungen in Hermers leicht auffaſſender Seele neu belebte. Er beſchloß deßhalb,

eine Saite anzuſchlagen, die, wie er hoffte, in Guſtavs

wirren Gedanken ein Echo finden, und ſie zu größerer Klarheit führen würde. Er ſprach deßhalb mit der ihm eigenen Leichtigkeit und ohne die geringſte Lücke in der Unterhaltung zu laſſen, weiter:

„Sie wäre es in noch höherem Grade geweſen, wenn ſie gewußt oder nur geahnt hätte, daß unſere

Reiſe Ihnen galt, Ihnen, den ſie von Jugend auf wie

einen Sohn geliebt hat. Aber ich wagte es nicht zu

ſagen; denn Georginens Angeſicht warnte mich zu deut⸗

lich davor. Sie war zufällig anweſend, als Waldenberg anlangte und mich in Eile davon in Kenntniß ſetzte, daß er in einem Geſchäft von Wichtigkeit meinen Rath einholen wolle. Das Mädchen wurde bleich wie der Tod, und ehe ſich noch meine Gedanken zu einem be⸗ ſtimmten Punkte hatten ſammeln können, rief ſie mit einer den Weibern gewöhnlichen Heftigkeit, wenn ſie von der Furcht beherrſcht werden, aus: ‚Berührt es Baron Guſtav?“ Ich weiß nicht mehr, wie Waldenberg