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ſprach Waldenberg leiſe zu Hermer;„man kann ihn kaum wieder erkennen.“
„Das darf uns nicht wundern,“ entgegnete Hermer in demſelben gedämpften Tone.„Wenn ich mich nicht ganz täuſche, ſo war es mehr als Ein Kummer, der an ſeinem Herzen nagte.“
„Das habe ich längſt geahnt,“ fagte Waldenberg; aber ſein Ton zitterte ſo ſehr, daß Hermer dieſe Worte eher errathen als hören konnte.
Mit einem wehmüthigen Blicke drückte er ſeinem jungen Freunde die Hand.„Gott lenkt Alles zum Beſten, mein redlicher Waldenberg,“ ſprach er tröſtend; „Kampf und Entſagung erringen oft erſt dort oben die Siegerkrone.“— Waldenbergs Augen ſchimmerten von einer Thräne; ſtill trat er an's Fenſter. 1
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Zweites Kapitel.
Beſtaͤndig ruhlos waren meine Tage,
Da kam, vom Himmel uͤber mich geſandt,
Ein hell'rer, beſſ'rer Augenblick zuweilen,
Wie jener Abend; ich ſchloß Aug' und Seele Dem Licht des Chriſtenthumes auf; genoß davon Und naͤher fand ich mich dem Langvermißten.
Nikander.
Ungefähr eine Viertelſtunde ſpäter erwachte Lin⸗ dorm; zu dieſer Zeit war er gewöhnlich am beſten bei ſich. Er ſchlug die Augen auf und ſah ſich forſchend um. Hermer nahte ſich; Waldenberg war ſo aufgeregt, daß er ſich noch in einiger Entfernung hielt.—„Will⸗ kommen, meine Herren!“ ſagte der Baron mit einem ſchwachen Lächeln, und verſuchte, ſeine Hand auszu⸗ ſtrecken.„Wie haben Sie mich in dieſer Einöde auf⸗ finden können?“
„Daruͤber wird Ihnen Waldenberg Aufſchluß geben, mein beſter Baron, ſobald Sie im Stande ſind, ihn


