Teil eines Werkes 
4.-letzer Theil (1843)
Entstehung
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„Zwei Herren, die den Herrn Baron zu ſehen und zu ſprechen wünſchen. Der Eine nennt ſich Hermer, und der Andere iſt Ihr Verwalter Waldenberg.“

„Ah, ſie ſind willkommen!“ ſprach er mit einem ſchwachen Lächeln.„Meine Freunde haben mich alſo nicht vergeſſen. Arthur iſt wohl auch dabei?“

„Nur dieſe zwei,“ verſetzte der Pfarrer.

„Ha, das hätte ich wiſſen können,“ fiel er ſchnell ein und fuhr mit der Hand über die Stirne. Auf einen Augenblick ſtieg ihm das Blut in die Wangen, und etwas leiſer fügte er hinzu:„Ich hätte das ja wiſſen können; er hat etwas Anderes zu thun. Aber eilen Sie, Herr Pfarrer, und führen Sie meine Gäſte herein!“

Der geiſtliche Herr entfernte ſich; Lindorms Blick folgte ihm, bis er die Thüre geſchloſſen hatte. Dann faltete er die abgemagerten Hände und ſprach leiſe im ſchmerzlichſten Tone:„Konſtanze, meine geliebte Schwe⸗ ſter! Du gelobteſt mir ja oft, wenn Deine Seele Ruhe gefunden hätte, ſollte auch die meinige ſie finden. Nun biſt Du glücklich, denn Du biſt mit dem vereint, den Du über Alles auf Erden geliebt haſt. Aber ich, wo iſt mein Ziel, wann werde ich es erreichen? Arthur, Arthur,“ murmelte er undeutlich,„ſeht, kommt er nicht in Müllers Geſtalt, und ſtiehlt mir meine andere, meine wahre Braut! Ich ſehe ihn ja jede Nacht! O Arthur, fal⸗ ſcher, verrätheriſcher Arthur! warte! warte! Du mußt erſt mit mir kämpfen; ohne Kamp fſollſt Du ſie nicht haben.“

Er fuhr heftig empor, ſank jedoch ſchnell und von dieſer Anſtrengung entkräftet auf das Kopfkiſſen zurück. So war ſein Zuſtand ununterbrochen. Nach jedem lich⸗ ten und klaren Augenblicke folgte immer wieder eine Verwirrung. Als Hermer und Waldenberg eintraten, hatte er die Augen geſchloſſen und ſchien vergeſſen zu haben, daß ſie da waren. Stille zogen ſich die Herein⸗ gekommenen zurück; aber der Ausdruck in den bedeu⸗ tungsvollen Blicken, die ſie wechſelten, ſagte ihnen, wie entſetzlich ſie Beide von dieſem Anblicke erſchüttert waren.„Großer Gott, was muß er gelitten haben!“

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