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vertraute dieſem Herrn bis auf ſeinen letzten Vorſatz Alles an. Aus dieſem Grunde eilten wir Tag und Nacht hieher; Gott gebe, daß der Zuſtand des Barons ein ſolcher ſein möge, um eine Aufklärung zu erlauben!“
Jetzt hörte man eine Glocke heftig ziehen.„Aha!“ ſagte der Pfarrer,„er iſt gewiß erwacht und hört uns ſprechen; ich muß hinein.“
In demſelben Kämmerlein, das der unglückliche Mül⸗ ler bewohnt hatte, finden wir jetzt Guſtav Lindorm auf ſein Krankenlager hingeſtreckt. Die Wangen waren ab⸗ gemagert, die ſchönen, klaren Augen tief eingeſunken in ihre Höhlen. Die immer etwas bleiche Farbe ſeines Geſichtes war jetzt gelb, der dunkle Bart entſetzlich lang, das Haar, in wirren Locken aufgelöst, hing um die hohe, gefurchte Stirne.— So war jetzt Lindorm, er, der bildſchöne Mann, der noch vor wenig Monaten von allen jungen Faſhionables mit Neid betrachtet worden war. Körperliche und geiſtige Qualen, die heftigſte Leidenſchaft und mancher harte und peinvolle Kampf hatten das ſchöne Gebäude zerſtört und nur Ruinen zurückgelaſſen.
„Herr Pfarrer,“ ſprach er, als dieſer in das Zim⸗ mer eintrat,„mich dünkte, bekannte Stimmen zu hören. Gewiß täuſchte ich mich nicht; aber wie haben ſie ſo bald Kunde erhalten! Es war ja erſt geſtern Abend, daß Müller ſeine Braut holte? Der Herr Pfarrer muß einen Geiſt an ſie abgeſandt haben; denn ich erinnere mich, daß ich zehn Tage zu der Reiſe brauchte.“
„Ich habe dem Herrn Baron ja ſchon viele Male verſichert,“ antwortete der Pfarrer nicht ohne einen kleinen Anflug von Aerger, es noch einmal thun zu müſſen,„daß Alles das eine fixe Idee iſt. Es war nicht erſt geſtern; nächſtens ſind drei Wochen verfloſſen, ſeitdem ſich die betrübte Sache zutrug.“
„Nun, eben ſo gut,“ erwiederte Guſtav,„drei Wochen, oder drei Tage, oder drei Stunden, das iſt daſſelbe; Alles hat ſich nun einmal zugetragen. Aber Sie weichen meiner erſten Frage aus. Ich kannte die Stimmen draußen; wer iſt es?“


