Teil eines Werkes 
4.-letzer Theil (1843)
Entstehung
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zierlich und einladend hervor. Sie fühlten ſich etwas beſſer zu Muth, als ſie die breite Stiege hinaufgingen und von dem Pfarrer, einem geſetzten und ſtillen Manne, bewillkommt wurden. Nachdem er ſie in ein Zimmer geführt hatte, das eine hinlänglich große Bücherſamm⸗ lung aufwies, um ihren Titel Bibliothek zu rechtfertigen, gaben die Reiſenden ihren Namen und ihr Geſchäft an. „Willkommen in meiner friedlichen Behauſung,“ ſprach der Pfarrer herzlich;„alle Bequemlichkeiten, die die Haushaltung eines alten Junggeſellen aufweiſen kann, biete ich Ihnen an. Doch jetzt, meine Herren,“ fügte er hinzu,„müſſen Sie den Wirth um des Kran⸗ kenwärters willen entſchuldigen. Ich wage nicht, Sie zu dem Baron eintreten zu laſſen, ehe ich ihn von Ihrer Ankunft unterrichtet habe; denn er iſt, die Wahrheit zu ſagen, noch ſehr ſchwach. Das erſchütternde Ereig⸗ niß, das Ihnen wahrſcheinlich bekannt iſt, da ich ja den Feldwebel Kramer in Ihrer Geſellſchaft ſehe, hat ſeine Sinne ſo verwirrt, daß er oft ganze Stunden daliegt und phantaſirt, wobei er ſich dann immer vor⸗ ſtellt, daß Müller ſchon ſeit mehreren Monaten todt, aber jetzt wiedergekommen ſei, um ſeine Braut zu holen. Es iſt eine vergebliche Mühe, ihn überzeugen zu wollen, daß das unmöglich iſt, und daß ſich Müller noch ein Paar Stun⸗ den vor ſeiner ſündhaften That unter meinem Dache befand. Er lächelt dann mißtrauiſch und ſchüttelt den Kopf; aber bisweilen wird er böſe und ſagt:„Sparen Sie Ihre Mährchen, Herr Pfarrer! Ich weiß die Sache beſſer. Sein Leichnam ruht in den Wogen des Ljusneelf.““ „Dieſe Verwirrung iſt ganz natürlich bei einem kranken und aufgereizten Gemüthe,“ erwiederte Hermer; „denn in Folge eines ſonderbaren, aber höchſt wahr ſcheinenden Gerüchtes glaubte man allgemein, er habe ſeinem Leben ſchon vor längerer Zeit ein Ende gemacht. Es iſt für den Baron unmöglich, zu einiger Klarheit in dem Dunkel zu kommen, in dem er ſchwebt, ſo lange eine Menge Umſtände, über die ihn Herr Waldenberg am beſten aufklären kann, ihm unbekannt bleiben. Müller