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„Sehen Sie hier, meine Herren,“ ſprach der alte Kramer, als ſeine Gäſte ſich geſetzt hatten,„dies iſt das Zimmer, wo alle jene Unglücksgeſchichten vorſtelen. Die Nacht will ich nie vergeſſen. Ich war in meinen Dienſt⸗ geſchäften fort geweſen, aber da es an dem Morgen, wo ich abreiste, ſchlimm im Hauſe ausſah, denn der Herr war ſchon damals gefährlich krank, ſo beſchloß ich, un⸗ geachtet des ſchweren Unwetters mich noch in der Nacht heim zu begeben. Indeß können ſich die Herren leicht vorſtellen, daß auf einem ſolchen Wege wie dieſer, und noch dazu bei Nacht, Niemand ſchnell reiſen kann. Es war etwa um drei Uhr Morgens, als ich recht müde und in der frohen Hoffnung, in meinem guten warmen Bette ruhen zu dürfen, endlich an dem Hofe anfuhr. Aber das wurde eine ſchöne Ruhe. Schon in einiger Entfernung hörte ich, trotz dem Brauſen des Sturms, ein ſchreckliches Schreien und Lärmen von dort her. Ich eilte herzu, und da faſt alle Thüren offen ſtanden, ſo brauchte ich nicht lange auf's Aufmachen zu warten. Im Oehrn begegnete ich Seiner Hochwürden, der mit Hülfe eines Knechtes den Herrn, den ſie Baron nann⸗ ten, von dieſem Zimmer in das meine trug. Ich ſah kein Leben mehr in ihm, aber als man nach dem Küſter geſchickt und dieſer ihm zur Ader gelaſſen hatte, erwachte er wieder. Nicht ſo mit den andern. Auf dieſem Bette lag die junge, ſchöne, bleiche Frau, wie ein entſchlafener Engel, was ſie auch in der That war, davon bin ich überzeugt; und hier an der Kante des Bettes wand ſich im Todeskampfe der arme wahnſinnige Jüngling, und hielt noch ihre Hand feſt in der ſeinen; das Kind lag ein Stück weit davon, am Boden. Was für einen Eindruck dieſer Anblick auf mich machte, können ſich die Herren leicht vorſtellen. Meine Alte, die immer Rath weiß, legte an dem armen jungen Mann Hand an, und goß ihm ſüße Milch und andere Dinge ein, von denen ſie gehört hatte, daß ſie bei ſolchen Gelegenheiten dienlich ſeien; denn aus dem Papiere, das daneben lag, erſahen wir, an was für Qualen er litt. Aber leider waren


