ſein ſollte, der zuletzt kam, ſo finden ſte ihn vier Ellen hinter der Kirche, der Andere, der all' dies Elend mit⸗ brachte, liegt noch krank im Pfarrhauſe.“
Waldenberg ſtützte ſich auf Hermer's Arm: mit Mühe konnte er ſich aufrecht halten. Nach einigen Minuten unheimlichen Schweigens fragte er mit beben⸗ der Stimme:„Wohin hat die junge Dame ihren Weg genommen?“
„Sie iſt einſtweilen im Chore beigeſetzt, bis ihr Mann wieder hergeſtellt ſein wird, wo er dann, wie ich habe ſagen hören, ihre irdiſchen Ueberreſte nach dem Orte führen wird, woher ſie war.“
„Gott, das iſt ſchrecklich!“ ſeufzte Waldenberg, und Hermer fragte:„Wo iſt das Kind?“
„Ei, wie die Herren doch von Allem ſo genau un⸗ terrichtet ſind,“ fuhr der alte Kramer verwundert heraus. „Das Kind! ja, das liegt im Arm ſeiner Mutter.“
„Gott ſei Dank!“ flüſterte Waldenberg, war aber nahe daran, zu Boden zu ſinken, theils in Folge der Anſtrengung, die ihm die Reiſe verurſacht hatte, theils auf die tiefe Erſchütterung, die alle dieſe Nachrichten in ihm hervorbrachten.
„Mein beſter Herr,“ ſagte Hermer, und wandte ſich an Kramer,„geſtatten Sie uns, eine Stunde unter Ihrem gaſtfreien Dache zu ruhen. Mein Reiſegefährte,“ auf Waldenberg zeigend,„bedarf es beſonders. Er war ein vertrauter Freund des hingegangenen unglücklichen Jünglings; und wir wünſchen Beide, näher über dieſen traurigen Gegenſtand unterrichtet zu werden.“
„Gerne, mit vielem Vergnügen, meine Herren,“ antwortete der Feldwebel.„Sie ſind herzlich willkom⸗ men in meiner geringen Wohnung.“ Er ging voraus und öffnete die Thüre zum Gaſtzimmer, während ſein Weib, der er einen Wink gegeben hatte, daß die Herren
etwas hier verweilen würden, ſich beeilte, um den ein⸗
zigen Troſt, den ſie gegen alle Schmerzen und Beküm⸗ merniſſe kannte, nämlich die freudeſpendende Kaffee⸗ kanne, herzurichten.


