Teil eines Werkes 
1.-3.Theil (1843)
Entstehung
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ſeiner Leidenſchaft ihr Paradies verzehrte, und es in eine öde Haide verwandelte, wo die Blume welkte, hinſank und ſtarb. Wäͤhrend er ſie betrachtete, erhellte ſich der Aus⸗ druck in ſeinen Zügen. Es war ja Konſtanze! Er konnte ſie, die er ſo grenzenlos geliebt hatte, nicht anſehen, ohne daß jedes Gefühl in ſeinem erfrorenen Herzen zu einer Flamme heiliger, unendlicher Reue und zu einer Empfin⸗ dung voll Seligkeit verſchmolz, als die unermeßliche Luſt eines ganzen Jahres wieder in klaren Bäildern vor ſein Gedächtniß trat. Er beugte ſich über ſie hin. Sie ſchlug die Augen auf, die ſchönen, halb erloſchenen Augen; einige ſchwache Zuckungen, wie von einem unwillkürlichen Erſchrecken, glitten über ihre Züge; aber ſie gingen bald in einen ſanften und verklärten Ausdruck über.

„Arel, mein Arel, biſt Du hier?“ flüſterte ſie.„Ich habe lange— lange— auf Dich gewartet!“

„Ja, meine Konſtanze, mein Leben, meine Geliebte,“ ſtammelte er,„ich komme, um mit Dir ſterben zu dürfen!“

„Mein— Arel!“ Dieſe zwei ſo theuren Worte, die ſie in den wenigen Tagen ihres Glücks ſo oft an einander gereiht hatte, ſchmiegten ſich noch einmal, wie der leiſe Hauch eines Geiſtergeſangs, über ihre Lippen; einige ſchwache Zuckungen, und die heftige Erſchütterung hatte den letzten flimmernden Funken ausgeblaſen. Kon⸗ ſtanze hatte ausgelitten. Müller beugte ſich, von hef⸗ tigem Froſte geſchüttelt, zu der Geliebten nieder; ſeine Züge wurden wieder finſter und unheimlich; vergebens lauſchte er noch auf ein Wort; es war Alles ſtille.— „So iſt. denn Alles vorbei!“ ſagte er laut, mit einem Tone, der an den ſchneidenden Klang erinnerte, der ent⸗ ſteht, wenn an einem Inſtrumente eine Saite ſpringt.— „Alles, Alles iſt vorbei!— Noch einmal will ich dieſe Lippen küſſen, welche ſo oft mir ent egen lachten, und dann— dann...“ Er legte ſeinen Mund auf den ihri⸗ gen; den langen, kalten Todeskuß! Müller erhob ſich, nahm das in ſeiner Weſtentaſche verborgene Pulyer, warf es mit ziemlich feſter Hand in ein Glas mit Waſſer, das auf dem Tiſche ſtand, rührte es ein paar Male um,