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und trank es haſtig bis auf den letzten Tropfen aus. Noch ſtand er aufrecht, mit dem todten Kinde auf ſeinem Arm; aber bald fiel er am Bette auf die Kniee nieder und lehnte ſein Haupt an die Kante deſſelben, dann nahm er Konſtanzens Hand und legte ſie auf ſeine brennende Stirne, wie wenn die feinen, ſchon von der Kälte des Todes erfaßten Finger ſte abkühlen ſollten. So verging einige Zeit; da wurden die im nächſten Zimmer ſchlum⸗ mernden Perſonen durch einen ſchweren Fall und einen gellenden, lang ausgehaltenen Schrei erweckt. Franſ Kramer ſprang auf, rief ihrer weiblichen Umgebung, und Alle ſtürzten in der größten Unordnung in das Zimmer, wo ein entſetzlicher Anblick ihren beſtürzten Blicken ſich darbot. Ein ihnen unbekannter Mann wand ſich in gräß⸗ lichen Convulſionen am Boden; das Kind, das er hatte fallen laſſen, lag einige Schritte von ihm enternt; Kon⸗-⸗ ſtanze lag todt und Hedda ohnmächtig da. Das Weib,. das hätte wachen ſollen, jetzt erſt erwacht, miſchte ihr ſcheußliches Geheul mit dem des Sturmes, der wild durch die Räume pfiff und die morſchen Fenſterflügel erſchüt⸗ terte. Der Angſtſchrei und der Lärm der Verwirrung drang bis zu Lindorms Ohren, und ſtörte ſeinen unruhi⸗ gen Schlummer. Er fählte ſich wohl; und da er glaubte, die ſchreckliche Unordnung gelte Konſtanzen, warf er den Schlafrock um, und wollte eben hinabeilen, als der Pfar⸗ rer erwachte. Ueberzeugt, daß der Baron im Fieber gehe, wollte er ihn mit Gewalt zurückhalten und fing an, aus allen Kräſten die Treppe hinab um Hülfe zu rufen. Lin⸗ dorm beſaß jedoch noch Stärke genug, um ſich von ſei⸗⸗ nem ungebetenen Wächter zu befreien; er ſchleuderte ihn bei Seite, und ſprang an ihm vorbei die Treppe hinab. „Iſt ein Bote nach dem Arzte gegangen?“ fragte er eine Magd, die kreiſchend ihm entgegen ſtürzte. Sie antwor⸗ tete nicht. Er drückte die Thüre zu Konſtanzens Zimmer auf, überſah mit Einem Blicke Alles, und ſank ſinnlos auf die Schwelle nieder.


