Teil eines Werkes 
1.-3.Theil (1843)
Entstehung
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Alles wohl gemacht; ich komme bald nach. Aber jetzt will ich ruhen— geh'!“

Still ſchlich Hedda wieder an ihren Platz am Fuße des Bettes und bat im Innerſten ihrer Seele zu Gott, daß dieſe ſchreckliche Nacht überſtanden wäre. Es war gegen zwei Uhr. Die alte Frau Kramer, die bis zwölf Uhr gewacht hatte, hatte ſich niedergelegt, und der Zuſtand des Barons war eher ſchlimmer als beſſer. Das Fieber wüthete und brannte in ſeinem Kopfe, der die Gegenſtände verworren auffaßte und unter einander mengte, es war deßhalb unmöglich, ihn von dem zu unterrichten, was vorgefallen war. Der Pfarrer befand ſich zwar noch an Ort und Stelle; aber er war ſüße eingeſchlafen, nachdem er ſich mehrere Stunden lang unruhig hin und her ge⸗ worfen hatte, bald von Lindorms Phantaſieen unterbrochen, in deſſen Zimmer er wachen ſollte, bald von dem furcht⸗ baren Sturme aufgeſchreckt. Der Feldwebel Kramer war in dieſer undlüetichen Nacht, in Folge einer Dienſtoblie⸗ genheit, nicht daheim; aber da er jede Stunde erwartet wurde, blieb die Thüre zum Vorzimmer unverriegelt.

So war alſo Hedda allein. Rathlos und voll Ver⸗ zweiflung lauſchte ſie mit geſpannter Aufmerkſamkeit auf Konſtanzens ſtille Athemzüge.—„Großer Gott,“ ſeufzte ſie,„wenn ich nur Wilſon hier hätte, um mich mit ihm zu berathen; aber Niemand, Niemand! das iſt zu ſchreck⸗ lich; ich bin ganz troſtlos.“— Da ſiel es ihr ein, daß ſie in dieſer großen Noth ihrer Seele dem, der allein helfen und lindern kann, keine wahrhafte und warme Minute geweiht hatte. Sie wandte ſich zur Seite, um das Ge⸗ betbuch vom Fenſtergeſimſe zu nehmen. Der furchtbare Sturm bewegte die Gardinen hin und her. Hedda flüch⸗ tete mit dem Licht auf die Seite; aber jeder Tropfen Blut in ihren Adern ſchien zu Eis zu erſtarren, als ein leichen⸗ blaſſes Antlitz mit wild aufgeriſſenen Augen vom Fenſter her ihr entgegenſtarrte.

„Himmliſcher Vater! erbarme Dich mein!“ winſelte ſie in Todesangſt;„das iſt er, das war Müllers Geiſt! O Herr Jeſus, dann geht es aus mir ihr!“ Sie wagte