Teil eines Werkes 
1.-3.Theil (1843)
Entstehung
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den Brief weglegte;„was iſt zu thun? Müſſen wir nicht noch dieſe Nacht abreiſen?“

„Freilich müſſen wir das, beſter Waldenberg! Laſſen Sie mich nur ein wenig meine Gedanken ſammeln; ich bekenne, daß ich von den Abſcheulichkeiten, die auf meine Seele eindringen, ganz verwirrt bin. Mein Gott, wie mag es wohl jetzt in dieſer Minute in jener ſchrecklichen Feld⸗ webelswohnung ſtehen, die ſo klar vor mir ſteht, wie wenn ich ſie ſchon hundert Mal geſehen hätte! Guſtav im Fie⸗ berwahn an's Bett gefeſſelt, ſie in Todesängſten, und er, der arme, wahnſinnige Müller, mit dem Gifte in der Hand! Aber laſſen Sie uns eilen; das iſt Alles, was wir thun können. Die Vorſtellung iſt immerhin ſchrecklich, daß, wie guch Alles abgelaufen iſt, wir nur noch Zeugen von den Folgen ſein können. Doch jetzt, Waldenberg, gilt es, unſere Mienen ſo gut als möglich in unſerer Macht zu haben, ſonſt ſchrecken wir alles Leben aus den Weibern. Da, trinken Sie ein Glas Rheinwein, und dann ſchnell hinein, um Alles zu unſerer ſchleunigen Fahrt in Ordnung zu bringen.“

Aber wie ſehr ſich auch Hermer beherrſchen konnte, ſo war doch die erſte Frage ſeines Weibes, als er in das Zim⸗ mer trat, und, wie er meinte, ganz ruhig ſie bat, etwas Weißzeug und anderes Zugehör auf eine Geſchäftsreiſe her⸗ zurichten:„Was iſt das, Hermer? ich ſehe Dir an, daß es etwas Anderes als Geſchäften gilt? Sprich, um Got⸗ teswillen; ich brauche ja keinen Blick auf Waldenberg zu, werfen, um einzuſehen, daß etwas Wichtiges auf der Bahn iſt.“

„Aber, liebe Alte,“ ſagte Hermer und zwang ſich zu lächeln,„welcher Wahrſagergeiſt iſt über Dich gekommen? Das Geſchäft berührt Herrn Waldenberg ſehr nahe; eine Getreidelieferung, die während der Abweſenheit des Barons mißglückt iſt. Ich muß meinem jungen Freunde helfen, die Sache in Ordnung zu bringen, und da wir noch dieſen Abend abreiſen, ſo würdeſt Du mir eine wahre Freude ma⸗ chen, mein Schatz, wenn Du ſo ſchnell als möglich alle nöthigen Bedürfniſſe für eine mehrwöchentliche Reiſe herrich⸗ ten würdeſt. Wenn mein Ausſehen Dir etwas aufgeregt er⸗ ſcheint, ſo brauchſt Du Dich nicht darüber zu beunruhigen; es

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