Teil eines Werkes 
1.-3.Theil (1843)
Entstehung
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Stimme auf die Bitte des alten Herrn ein Paar von unſern

ſchönen troſtreichen Pſalmen ſang. Als er geendet hatte, dankte ihm der Oberjägermeiſter mit ſchwacher Stimme, und bat ihn, zur Ruhe zu gehen, was er nach einigen Schwie⸗ rigkeiten that. Einſam verwachte ich bei meinem Herrn den übrigen Theil der Nacht. Gegen Mittag bekam er einen Schlaganfall, der nach einigen Stunden ſeinem Leben ein Ende machte. Konſtanzens Name war das letzte Wort, das über ſeine Lippen ſchwebte, und damit verband ſich gleichſam wie ein Wunſch für ihr Glück ein zärtlicher und dankbarer Blick auf Baron Guſtav. Darauf ſchlummerte er ohne ſonderlich ſchweren Todeskampf ein.

„O Müller, laßt uns zuſammen für den Frieden ſeiner Seele beten; denn ich kenne Sie zu wohl, um nur eine Minute lang zu glauben, daß Sie wünſchen würden, die Vergeltung möchte der Gnade vorgehen!— Drei Wochen ſind ſeitdem dahin geſchritten, und hier iſt noch Alles ſich gleich. Niemand kommt an, Niemand reist von hier ab. Ich wüßte nicht, wie ihre Verheirathung bekannt werden ſollte, und in dieſer Beziehung glaube ich, daß der Wunſch des alten Herrn erfüllt wird. Konſtanze, oder die Baronin ſollte ich ſagen, wandelt auf den Arm ihres Gatten geſtützt in dem großen Baumgute oder den öden Zimmern umher. Ach, wie zart, wie aufmerkſam er gegen ſie iſt; es thut mir in die Seele hinein wohl, das zu ſehen; und ſie ſieht ſo dankbar und freundlich zu ihm auf, indem ſie oft ſeufzt:„Mein armer, armer Gu⸗ ſtav!“—„Sprich nicht ſo, meine Konſtanze,“ hörte ich ihn vor einigen Pagen ſagen, als ſie Arm in Arm in dem großen Saale auf und ab gingen, wo alle Familien⸗ bilder hängen,„ſprich nicht ſo, meine theuerſte Freundin! Glaube mir, ich bin nicht unglücklich, und dürfte ich Dich nur einmal beruhigt ſehen, ſo würde ich ſogar glücklich ſein. Du mußt nicht meinen, Konſtanze, ich traure in der Beziehung, wie Du es verſtehſt. Nein, weit entfernt davon. Du weißt, daß mein Sinn von Natur düſter und ſchwermüthig iſt; ich kann nichts davor.“—„Dein Sinn iſt der eines Engels an Geduld und Güte,“ erwiederte