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Erbe,“ ſprach der Oberjägermeiſter mit ſchwacher und ſehr veränderter Stimme.„Setze Dich zu mir her, und höre in Ruhe meinen letzten Wunſch, meinen letzten Willen. Auch Du ſollſt zugegen bleiben, alter Wilſon!“— Er winkte mir, Platz zu nehmen.—„Ich höre,“ ſeufzte er, „daß meine arme Konſtanze in einem ſo ſchwachen Zuſtande iſt, daß er es unmöglich macht, ſie hieher zu bringen. Ich darf ſie alſo nicht mehr ſehen oder ſprechen, und kaum würden wir auch den Abſchied aushalten können. Ich glaube deßhalb, daß es ſo am beſten iſt, wie es iſt. Ihr werdet ihr ſagen, daß das letzte Gebet, das meine zitternden Lippen hervorbringen konnten, ihr galt, daß mein wärmſter Segen ſie begleitet, und daß endlich der letzte Gedanke, deſſen meine Seele mächtig war, ihr angehörte. Und jetzt, Guſtav, merke wohl, was ich Dir ſage. In einigen Monaten, wenn die Zeit ihrer Niederkunft herannaht, ſollt ihr an einen Ort reiſen, den ich kenne, und den ich Dir nennen werde. Dort ſoll Konſtanze derſelben abwarten, und wenn ſie wieder Geſundheit und Kräfte gewonnen hat, und das Kind in guten Händen aufgehoben iſt, ſoll ſie, wieder aufs Neue aufgeblüht, Dir als Dein Weib nach Engelvik oder wohin Du ſie immer führen willſt, folgen; doch nicht nach Hamringen, wo ſo viele bittre Erinnerungen ihren Frieden ſtören müßten. Aber bis dahin iſt mein letzter Wunſch, daß eure Heirath ſo geheim als möglich bleibe, denn daß ſie in die⸗ ſer angelegenen Gegend bekannt iſt, hat nichts zu bedeuten.“
aron Guſtav antwortete kein Wort. Er ſtierte den Oberjägermeiſter an, ungewiß, wie es ſchien, ob er bei voller Beſinnung oder im Irrwahn geredet habe. Doch der Alte fuhr klar und deutlich fort:
„Die Nothwendigkeit erfordert es, Guſtav, daß Du, wie Du beabſichtigteſt, eine Reiſe nach Engelvik machſt, um Dein Erbe zu übernehmen. Das muß jedenfalls ge⸗ ſchehen; aber Du ſollſt mir heilig verſprechen, daß kein Wort von Deiner Verbindung über Deine Lippen kommen ſoll, bis Du ſie, ſtrahlend wie ehedem, aus der Einöde herausführſt, wo das arme Kind weilen muß, bis ihre Prüfungszeit vollendet iſt.“—„Aber wozu ſoll all' das


