Teil eines Werkes 
1.-3.Theil (1843)
Entstehung
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unumgänglich ſind. Er hatte die Wahl; wäre dieſe an⸗ ders ausgefallen, ſo hätte ich mein Ziel ſchon erreicht, und er wäre doch dem ſeinen nicht näher gerückt. Nein, Wilſon, das Schickſal lenkte es ſo, wir waren blos ſeine blinden Werkzeuge. Aber Gott weiß,“ ſagte er leiſer, und legte meine Hand auf ſein immer ſchwächer ſchla⸗ gendes Herz,„daß ich hier hinlängliche Qualen leide. Ich ſinne bisweilen darüber nach, was ich meinem alten Freunde antworten werde, wenn er einſt dort, wohin ich jetzt gehe, Rechenſchaft von mir fordert für das verſpielte Leben ſeines Sohnes. Hu, Wilſon, das iſt doch ſchreck⸗ lich! Doch, ſo Gott will, iſt er noch am Leben. Es wird bald beſſer mit ihm werden, ſeine Jugend wird ſiegen. Wilſon, wenn er lebt, wenn Du ihn einmal triffſt, ſo ſage ihm,— daß ich— in meiner Todesſtunde ihn um Verzeihung bat; aber ich war genöthigt, meine Pflicht zu thun. Das kann ich nicht bereuen.“

Er ſchwieg; auch ich ſaß ſtumm. Es wurde zuſehends ſchlimmer mit ihm, und als die Schatten des Abends ſich verlängerten, wand er ſich unruhig hin und her, und murmelte wechſelsweiſe Müllers und Konſtanzens Namen. Sein Kampf wurde immer härter, deutlich las man auf ſeiner Stirne die körperlichen und geiſtigen Qualen, die ihn peinigten. Er hatte eine ſchwere Nacht; doch flackerte das Lebenslicht noch auf einige Tage empor. Inzwiſchen lag auch Konſtanze mehr an Gram als körperlichen Lei⸗ den krank darnieder. Baron Guſtav wandelte einſam wie ein Schatten in den großen, öden Sälen umher, die Arme über die Bruſt gekreuzt, und das ſtolze, ſchöne Haupt tief niedergebeugt. Seine Schritte werden noch in meiner Todesſtunde mir in den Ohren klingen. Der fünfte Abend nach der Hochzeit war verfloſſen, es ging der Nacht zu, als der Oberjägermeiſter den Wunſch äußerte, man möchte den jungen Baron rufen, und Alle außer mir ſollten das

Zimmer verlaſſen. Baron Guſtav kam ſchnell herein und

trat an das Bett. „Gott ſegne Dich, mein Sohn, mein Eidam, mein 15*