Teil eines Werkes 
1.-3.Theil (1843)
Entstehung
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gen Müller zu dieſem verzweifelten Schritte treiben konnte. Konſtanze, meine arme, liebliche Konſtanze,“ ſetzte er traurig hinzu und drückte die Hand auf die Augen,„was ſoll aus ihr werden?“— Er ſeußzte tief.—„Ja, ja,“ fing der Oberjägermeiſter wieder an,„jetzt iſt blos noch die Frage wegen ihr. Wenn ich es im Stande wäre, Guſtav, ſo wuͤrde ich mich auf meinen Knieen hinſchlep⸗ pen und Dich anflehen, mit Vater und Tochter Erbarmen zu haben, und durch dieſen Schritt zu beweiſen, daß Du mir das vergelten willſt, was mir Dein Vater geraubt hat. O Guſtay, mein Sohn, Du, den ich mehr geliebt habe, als irgend Jemand auf der Welt, da mein Stolz wieder in Dir auflebte, vereine zu einem einzigen die zwei letzten Zweige von dem Stamme der Lindorms! Ich be⸗ ſchwöre Dich, laß mich nicht vergebens flehen!“— Großer Gott, Müller, was muß der arme Mann in dieſer Stunde gelitten haben! Eine hölliſche Qual, die Angſt um Auf⸗ rechterhaltung der irdiſchen Ehre und die peinigende Stimme des Gewiſſens, alles das malte ſich in ſeinem Angeſichte. Nie ſah ich vorher eine Thräne auf ſeinen Wangen; jetzt rannen ſie jedoch in großen Tropfen herab, während ſich

die zuſammengefaltenen welken Hände gegen den Neffen

ausſtreckten. Noch ſtand der junge Baron ſtumm und bleich; er kämpfte einen ſchrecklichen Kampf. Der Ober⸗ jägermeiſter wurde immer matter.„Guſtav,“ ſtammelte er unter krampfhaften Zuckungen,„Du ſiehſt meinen Jam⸗ mer, willſt Du meine grauen Haare mit Kummer und Schande zur Grube fahren laſſen?“— Langſam ging der Baron auf das Bett zu, fiel an demſelben auf die Knie und faßte die Hand des Ober jägermeiſters. Mit geſpannter Erwartung ſah ihm dieſer in's Auge; ein kur⸗ zes Stillſchweigen trat ein. Dann hörte ich Baron Guſtav klar und deutlich folgende Worte ausſprechen:„Ich weiß nicht, ob ich recht thue, wenn ich das Verſprechen erfülle, das Sie von mir fordern, mein Oheim; aber ich kann der Qual nicht widerſtehen, die aus Ihrem Blicke ſpricht. Nehmen Sie mein Gelübde; ich ſchwöre bei Gott und dem