Teil eines Werkes 
1.-3.Theil (1843)
Entstehung
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gut hörte, als wenn ich drinnen geweſen wäre; auch ſah ich, was vorging, wenn ich das Auge an's Schlüſſelloch

legte.—„Mein beſter Oheim,“ ſagte Baron Guſtav,

„ich bin tief betrübt über Ihren geſchwächten Geſund⸗ heitszuſtand.“— Er beugte ſich nieder auf die welke Hand des Alten.„Wir wollen jedoch hoffen,“ fügte er nach einem kurzen Stillſchweigen hinzu,„daß es wieder beſſer wird.“—„Nein, mein beſter Junge, das wollen wir nicht,“ entgegnete der Oberjägermeiſter;„denn wir würden uns nur unnöthigerweiſe bethören. Meine Zeit iſt um, und ich muß mich reiſefertig machen.— Sage, Guſtav,“ fing er nach einer Pauſe wieder an,„ſage, Du hältſt doch viel auf Konſtanze?“—„Ja, ſehr viel, mein guter Oheim,“ erwiederte er.„Gott weiß, daß nie eine Schweſter mit größerer Zärtlichkeit geliebt wor⸗ den iſt; wegen ihres Schickſals kann ſie ruhig ſein; ihr Glück iſt das meine.“—„Ja, das iſt wohl recht und gut,“ murmelte der alte Herr;„daß Du ihr wie ein Bruder ergeben biſt; aber ſo war es nicht, wie ich es haben wollte; ich hatte geglaubt und gehofft, daß ich ſie Dir unter einem andern Verhältniſſe zurücklaſſen würde.“—„Ich glaube Ihre Meinung zu verſtehen, mein beſter Oheim,“ ſprach Baron Guſtav in einem Tone, der eine gewiſſe unruhige Verlegenheit deutlich erkennen ließ; aber obwohl wir einander als Geſchwiſter mit unendlicher Liebe zugethan ſind, ſo fehlt uns doch ganz und gar jene Hingebung, die ich für einen ehe⸗ lichen Bund immer für nothwendig erachte.“— Der Oberjägermeiſter winkte ungeduldig mit der Hand.„Das iſt nicht nothwendig,“ ſprach er;„man kann recht gut ohne das auskommen. Das weiß ich am beſten, ich war ja acht Jahre lang mit einem Weibe vereinigt, für das ich nie irgend eine Art von Liebe gefühlt habe; und ich war darum doch nicht unglücklich.“—„Wir denken in dieſer Beziehung verſchieden,“ ſiel Baron Guſtav ein, mißvergnügt, wie man deutlich hörte, über den ziemlich unzarten Eigenſinn des Oheims.„Die Verbindung,