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Fünftes Kapitel.
Du, der ſprach im Antlitzſchweiße Iß Dein Brod, der Erde Sohn! Dein auch waren dieſe Worte: Mann und Weib ſoll Eines ſein! Franzeén.
Der Frühling kleidete ſich wieder in ſein prachtvol⸗
les Feſtkleid, Alles ſchien zu einem neuen Leben zu er⸗
wachen, nur Lindorm war düſter und verſchloſſen, und ſchien auf immer Abſchied von Frühling und Freude genommen zu haben. Den ganzen Winter über an's Krankenbett gefeſſelt, hatte er wieder angefangen, auf⸗ zuſtehen, und wanderte nun in den hohen, prachtvollen, aber leeren Sälen umher, wie ein bleicher Geiſt aus einem vergangenen Jahrhundert, der zurückgekehrt iſt, um noch einmal den Mammon zu überſchauen, den er ſich durch eine unerhörte Aufopferung verſchafft hatte, ehe er ihm wieder auf immer Lebewohl bietet. Bei die⸗ ſen einſamen Wanderungen lachte er oft höhniſch, wenn er im Vorübergehen an den großen Spiegeln ſein eige⸗ nes Bild darin beßrüßte. Finſtere, wilde Phantaſien ſpukten in ſeinem Gehirne umher. Doch entwarfen ſie ein klares und deutliches Gemälde von dem Unterſchiede zwiſchen den erſten heitern und heiligen Tagen ſeiner früheren Ehe und dem vergoldeten Elend, das er mit dem Einzigen bezahlt hatte, das er eigen beſaß, mit ſeiner Freiheit. Der Himmel, den er ſelbſt durch ſeinen unedeln Stolz und ſeine bittere Unverträglichkeit zer⸗ ſtört hatte, ſtand nun wieder in all' ſeinem früheren Glanze vor ihm, und die giftigen Schlangen der Erin⸗ nerung wanden ſich um ſeine gequälte Bruſt, und ſogen in langen, tiefen Zügen ſein Herzblut aus. Der Un⸗
glückliche erinnerte ſich unter langſamer Pein, wie oft
das ſpöttiſche Lächeln eines Bekannten den Hochmuths⸗
teufel, der im Grunde ſeiner Seele ſchlief, aus dem
Schlummer aufgerüttelt hatte, und wie ſeine junge,
unſchuldige Gattin dann ſowohl ſeine übereilte Hand⸗
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