Teil eines Werkes 
1.-3.Theil (1843)
Entstehung
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ſich an Bord der Brigg befunden hatten. Für Hermer war der ökonomiſche Verluſt gering; denn er war vor⸗ ſichtig genug geweſen, ſeine Geldangelegenheiten ſo zu ſtellen, daß er ſich gegen die Verluſte, die eine Reiſe mit ſich führen konnte, geſichert fand. Aber leider war dieß nicht ſo mit dem Kapitän von Werdenberg. Der Verdienſt des ganzen Sommers lag bei ihm in den Waaren, die er für Privathandel heimführte, und dieſe ließen ſich nie wiederſehen. So verloren die armen Bewohner von Roſendal Alles, da ſie ihren Liebling, ihres Lebens Freude, verloren. Wir haben geſehen, wie Hermer anlangte. Sobald die Unglücklichen im Stande waren, ſeine Mittheilung anhören und faſſen zu können, brachte er mit warmer Theilnahme Georg's letzten Abſchiedsgruß vor. Er weinte mit den Betrübten; er ſuchte ſie nicht mit Worten zu tröſten; aber er blieb in ihrem Familienkreiſe, und brachte mit einer edlen, ihnen unbekannten Entſagung ihre Angelegenheiten in Ordnung. Nach und nach wurde er ihnen theurer, mit jedem Tage öffneten ſich mehr und mehr die reichen Schätze ſeines Herzens vor ihnen; ſie mußten ihn lieben, und durch den Zauber ſeiner Unter⸗ haltung, die mit der tröſtlichen Hoffnung der Religion einen lebendigen Farbenwechſel auf dem düſtern Gemälde des Lebens vereinigte, öffnete ſich ihre Seele unvermerkt andern Eindrücken, als dem Alles verheerenden Kum⸗ mer. Hermer's gebildeter Umgang, ſein feiner Takt, ſein Fernſein von aller Selbſtſucht, und endlich ſein hochgeſinntes Gemüth, nahm ſie ganz für ihn ein und löste den erſten, heftigen Schmerz in das ſtille Gefühl des Verluſtes auf. Sie konnten ja nicht ganz und gar unglücklich ſein, ſo lange ſie ihn beſaßen, und ſeufzten nur bei dem Gedanken, daß auch er bald ſte verlaſſen würde. Doch der edle Hermer ſah, was er ihnen war, und blieb.—