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die Brigg faſt vernichtet an die nordiſche Küſte warf. Nach unzähligen Bemühungen und fruchtloſen Anſtren⸗ gungen, das geſtrandete Fahrzeug zu retten, kam Kapi⸗ tän Werdenberg mit acht Mann von der Schiffsmann⸗ ſchaft in dem großen, tiefen Grabe um. Einen Augen⸗ blick vor dem letzten, ſchrecklichen und entſcheidenden Momente hatte Georg Hermern das heilige Verſprechen abgenommen, daß er, wenn er je das Vaterland wieder⸗ ſähe, Werdenberg's unglücklicher Gattin perſönlich ſeinen letzten Gruß darbringen und wo möglich ſie den ſieben⸗ zehnten November nicht allein und ohne Nachricht über⸗ leben laſſen werde. Obwohl keine Ausſicht auf Rettung vor einem menſchlichen Auge erſchien, ſo gelobte Her⸗ mer doch, um ſeinen Freund zu beruhigen, wenn er Werdenberg's Vaterhaus ohne ihn betreten würde, Ali⸗ den ein treuer Freund und Beſchützer, den Alten ein Sohn und Georginen ein Vater zu ſein.„Doch,“ fügte er hinzu und wendete ſeinen Blick zum Himmel empor, deſſen Dunkel von einem und dem andern Sterne erhellt wurde, der durch die finſtere, ſchauerliche Nacht ſchimmerte, „laßt uns noch hoffen, noch iſt nicht Alles verloren.“ „Da müßten wir auf ein Wunder hoffen,“ ſprach Georg;„doch die Hoffnung wird uns in ein paar Au⸗ genblicken nicht mehr bethören. Des Herrn Wille ge⸗ ſchehe; was menſchliche Kraft hier ausrichten kann, iſt geſchehen. Die Brigg kann nicht mehr gerettet werden; unſer Leben ſteht in Gottes Hand.“ Und bei den letz⸗ ten Worten ſtieß das Fahrzeug auf; das ſchreckliche Gekrache, das Angſtgeſchrei, die Finſterniß und das wilde Geheul des Orkans trennte ſie; ſie ſahen einander nicht mehr. Am andern Morgen fand ein Lotſenboot Hermern und die wenigen Ueberlebenden von der Mann⸗ ſchaft, die halbtodt vor Kälte und Anſtrengungen auf einem Felſen ſtanden. Nach der Hand erhielt Hermer ſeine Kräfte wieder, und obwohl noch nicht vollkommen hergeſtellt, beeilte er ſich, das Verſprechen zu erfüllen, das er ſeinem Freunde gegeben hatte. Das Lotſenboot hatte nur Weniges von den Sachen retten können, die


