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ſeinem Buſen. Reich, unabhängig, frei von Dienſt⸗ pflichten, denn er hatte keine, da er keine haben wollte, überließ er ſich ganz und gar, beſonders in ſeinen jün⸗ geren Jahren, dem Einfluß einer vielleicht etwas um⸗ herſchwärmenden Laune, die ihn bald dahin, bald dort⸗ hin, weit, weit fort in die unbekannte Ferne führte, um ſich wieder raſtlos nach andern Gegenden zu ſehnen. Er hatte verſchiedene Wiſſenſchaften ſtudirt, und war ein vielſeitig gebildeter Mann, ein warmer Verehrer der ſchönen Künſte, ein großer Freund der Literatur, wozu er, ohne ſich zu nennen, einen und den andern Beitrag geliefert hatte. Er war jetzt ungefähr dreißig Jahre alt, und es müde, in fremden Ländern umherzu⸗ ſchweifen. Satt an fremden Sitten und fremden Her⸗ zen ſehnte er ſich nach dem Vaterland, um ſich ſelbſt einen heimathlichen Herd zu ſuchen. In London ging er an Bord der Brigg, die der Kapitän von Werden⸗ berg führte, um mit ihm die Ueberfahrt nach Schweden zu machen. Die beiden jungen Männer faßten ſchnell eine Zuneigung zu einander, die durch den täglichen Umgang und die beiderſeitigen guten Eigenſchaften, welche ſie an einander kennen und werthſchätzen lern⸗ ten, bald in ein wahrhafteres und edleres Gefühl über⸗ ging, als bloß ein flüchtiges Gefallen erzeugt. Wäh⸗ rend des Verlaufs der Reiſe tauſchten ſie die Erzäh⸗ lungen ihrer Lebensſchickſale gegen einander aus. Wer⸗ denberg ſchilderte ſeinem neuen Freunde mit glühenden Farben ſein häusliches Glück und das ſtille und ſchöne Leben, das ſie auf dem theuren Roſendal führten, deſſen koſtbare Kleinodien er ihm beſchrieb; doch vorne an ſtand unter dieſen die holde Alida. Und es war ſchon beſchloſſen, daß Hermer, der ſeinen Aufenthaltsort nach Belieben wählen konnte, Werdenberg folgen und die Weihnachtsfreuden bei ihm genießen ſollte. Aber ſchnell ſollten die lichten Traumbilder des ed⸗ len Georg wie Waſſerblaſen zerfließen. In einer Nacht gegen Ende Oktobers wurden ſie von einem ſtarken Sturm überfallen, der nach dreimal vierundzwanzig Stunden


