Teil eines Werkes 
1.-3.Theil (1843)
Entstehung
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Zeit, wo ſich des Lebens Sorgen und Schmerzen bloß in den Thränen wiederſpiegeln, welche uns ſchauerliche

Sagen in der Kinderſtube auspreſſen!

Viertes Kapitel.

O haſſe nicht den kalten Norden,

Der mir das Hoͤchſte gab,

Was uns hienieden nur geworden,

Die Liebe und ein— Grab.

Tegner. Zum ſiebenten Male nach Kapitän von Werden⸗

bergs Verheirathung näherte ſich der ſiebenzehnte No⸗ vember. Der Herbſt war ungewöhnlich ſtürmiſch gewe⸗ ſen; in den Zeitungen las man von einer Menge Schiff⸗ brüche; doch der Name Werdenberg's und ſeiner Brigg wurde nicht gehört. Die Unruhe der Daheimgebliebenen ſteigerte ſich mit jedem Poſttage, da die Briefe aus⸗ blieben. Zwei Monate waren verfloſſen, ſeit ihnen der Brief eingehändigt worden war, der ſeine Abſegelung von London meldete, und Alidens und der Alten Schmerz und Angſt waren zu groß, um mit Worten ausgedrückt werden zu können. Sie wagten einander die düſtern Gedanken nicht zu entdecken, die in der Tiefe ihrer Seelen wohnten; wie nach einer Art gegenſeitigen Ueber⸗ einkommens wurde mit keinem Worte der Gegenſtand

erwähnt, der ſie mit tauſend Qualen peinigte. Schwei⸗

gend und bleich wie Schattenbilder ſchlichen ſie an ein⸗ ander vorüber, und je näher der ſiebenzehnte November kam, deſto düſterer wurden ſie. Um die Sorge auf's Höchſte zu ſteigern, lag auch Lindorm dieſen Herbſt krank darnieder; und verließ er je einmal das Bett, ſo war ſein Zuſtand nur wenig beſſer, denn eine tiefe Melan⸗ cholie quälte ihn. So fanden die Unglücklichen nicht einmal Troſt in der Geſellſchaft der Freunde, nicht ein einziges Herz, das ihren ſtummen Schmerz faßte und